06. DEZEMBER 2016

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Technik/Fügen

Bald kommt sie, die neue Normenreihe DIN EN 1090 1-3. Ab 1. Juli 2014 dürfen Aufträge für Metallbauten nur noch an zertifizierte Betriebe vergeben werden.
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Bauprodukte – Hallen, Brücken, Überdachungen, Geländer, Carports, Treppen, Balkone, – ohne CE-Kennzeichnung gelten ab 1. Juli als mangelhaft und dürfen in Europa nicht mehr installiert werden. Auftraggeber können sogar die Zahlung für Bauprodukte ohne CE-Symbol verweigern, auch wenn sie technisch einwandfrei sind. Branchenkenner schätzen, dass nur etwa die Hälfte der Betroffenen bislang zertifiziert ist.

Die bisherigen Herstellerklassen A–E nach DIN 18800-7 und A–C nach DIN V 4113-3 werden durch die Ausführungsklassen EXC1 bis EXC4 ersetzt. Die Einteilung ergibt sich anhand verschiedener Kriterien wie die Beanspruchung des Tragwerkes, des Schweißverfahrens/Werkstoffs sowie der Versagensfolgen. In allen Klassen müssen die Betriebe eine werkseigene Produktionskontrolle (WPK) einrichten und geprüfte Schweißer mit gültiger Schweißer-Prüfbescheinigung nach DIN EN 287-1 einsetzen. In den Klassen EXC 2, 3 und 4 sind zudem qualifizierte Schweißaufsichtspersonen und Schweißverfahren mit gültiger Qualifikation nötig.

In fünf Schritten zur Zertifizierung

Wenn sein Betrieb nach DIN EN 1090 zertifiziert ist, darf der Hersteller das CE-Symbol sowie die Leistungserklärung selbst erstellen und auf seinen Bauprodukten anbringen. Die Zertifizierung erfolgt auf Basis einer Erstprüfung, die Betriebe durch die folgenden Schritte erreichen: Das Audit für die Zertifizierung des Betriebs wird durch eine von deutschlandweit etwa 30 Zertifizierungsstellen (zum Beispiel TÜV, SLV) durchgeführt. Nach der Erstprüfung sind Überprüfungen in regelmäßigen Abständen ausreichend.

Neben Schrauben und Beschichten gehört Schweißen zu den sogenannten speziellen Prozessen und unterliegt damit einer stärkeren Prüf- und Dokumentationspflicht. So dürfen Produkte ab EXC2 nur unter Anwendung qualifizierter Schweißanweisungen (WPS) hergestellt werden. Jede Schweißnaht muss zu 100 Prozent sichtgeprüft werden, ab EXC2 sind ergänzende zerstörungsfreie Prüfungen vorgeschrieben.

Schweißen als spezieller Prozess

Unter Schweißanweisungen (= Welding Procedure Specification – WPS) versteht man detaillierte Arbeitsanweisungen für den Schweißer. Üblicherweise wird die WPS durch den Anwender selbst erstellt, indem er eine Aufgabe schweißt und die geforderten Angaben notiert. Die WPS wird dadurch qualifiziert, dass bei Stahl bis S275 ein geprüfter Zusatzwerkstoff (etwa DB- oder TÜV-Zulassung) eingesetzt und bei höherwertigeren Stählen eine Verfahrensprüfung durchgeführt wird. Bei Stahl bis S355 können alternativ auch Schweißanweisungen anderer Stellen, wie Schweißgerätehersteller, benutzt werden, sofern diese als Standardschweißverfahren qualifiziert wurden. Solche universellen WPS haben bereits eine Verfahrensprüfung absolviert.

Bei einer Verfahrensprüfung wird im Beisein eines Prüfers die zu qualifizierende Schweißaufgabe nach einer vorläufigen Schweißanweisung durchgeführt und anschließend per zerstörungsfreier und zerstörender Prüfungen überprüft. Bei erfolgreicher Verfahrensprüfung erhält der Betrieb einen entsprechenden Prüfbericht, den sogenannten WPQR-Bericht (= Welding Procedure Qualification Record), der die Tauglichkeit in der Praxis bestätigt.


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Ausgabe:
bbr 04/2014
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