09. DEZEMBER 2016

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Draht bewegt


Fokus | Draht

Ohne Draht stünde die Welt still. Auf Speichen erobern Radfahrer ihre Umgebung, Stromleitungen versorgen Unternehmen und Haushalte mit Elektrizität, und auch der Stahlbeton benötigt zur Stabilisierung Draht.
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Die Finanzkrise zum Ende der Nullerjahre traf auch die Drahtbranche mit voller Wucht – ein Drahtseilakt in schwierigen Zeiten für manches Unternehmen. Doch der konjunkturelle Aufwärtstrend belebte das Geschäft. Die Produktion läuft wieder auf Hochtouren.

Wettbewerb durch Asien

Das Wohl und Wehe der Drahtbranche hängt aber vor allem von der Entwicklung der Automobil- und Maschinenbaubranche ab. Hinzu kommt der Wettbewerb aus Asien. »Stahlproduzenten aus China und anderen fernöstlichen Ländern beeinflussen die Zyklen bei europäischen Herstellern zunehmend«, analysieren die Deutschen Edelstahlwerke, Produzent von Draht und Stabstahl.
Um die Zukunft brauche sich die Branche aber keine Sorgen zu machen. »Da Draht weltweit gebraucht wird, sehen die Deutschen Edelstahlwerke die Zukunft des Produkts positiv.«

Neue Trends

Um die Gunst der Stunde zu nutzen und Erfolge einzufahren, benötigen Drahthersteller moderne Technologien. Einen guten Draht zu Herstellern besitzt beispielsweise SMS Meer. Die Arcelormittal Hamburg GmbH betraute den Anlagen- und Maschinenhersteller mit der Modernisierung ihrer Drahtstraße. SMS Meer stellt sie auf zwei einadrige Walzlinien um. Dafür werden die vorhandenen Schlingentische umgesetzt und pro Ader zwei neue Gerüste eingesetzt – Gerüste einer neuen Generation, so SMS Meer, »die noch höhere Walzkräfte und Walzmomente aufnehmen«.

Immer schnelleres Ziehen

Die aktuelle Entwicklung geht zum immer schnelleren Ziehen bei gleichbleibender Qualität mit engen Toleranzen. Das zeigt auch das Beispiel von Schwering & Hasse. Der Hersteller lackisolierter Kupferdrähte investierte in einen neuen Drahtzug, um mit ihm Blankdrähte nach dem neuesten Stand der Technik zu fertigen. Hierfür baut er eine neue Halle von rund 5000 m², in der neben neuen zweizügigen Grobwalzdrahtmaschinen Mittelzug- und Conformanlagen installiert werden.

Die Investition, so Schwering & Hasse, optimiere die Energieeffizienz und mindere Lärmemissionen. »Qualitativ werden sich entlang der Wertschöpfungskette die Parameter verbessern, das heißt geringere Schrottquote und hohe Konstanz in der Weichheit der Drähte.«

Um effizient produzieren zu können, optimieren auch die Deutschen Edelstahlwerke kontinuierlich die Prozessrouten. Als Basis dient dem Unternehmen das selbst entwickelte Deutsche Edelstahlwerke Produktionssystem (DPS). Mit Hilfe des Handlungsrahmens sollen die Prozesse verschwendungsarm und effizienter gestaltet werden. Zu den Prinzipien gehören Selektieren, Strukturieren, Säubern, Standardisieren und Selbstdisziplin.


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bbr 07/2013
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