28. JUNI 2016

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Aus zwei mach eins


Neues Prinzip bündelt Programmier- und Steuerungscenter

Ständig komplexere Werkstücke bei immer kleineren Stückzahlen mit noch mehr Arbeitsgeschwindigkeit kostengünstig herzustellen, das ist ein Wunsch der blechbearbeitenden Industrie. Der Stuttgarter Maschinenhersteller Edel bringt seine Kunden mit einem neuen Programmiersystem und einem kostengünstigen Stanznibbelzentrum der Erfüllung einen ganzen Schritt näher.

Das Maschinenbauunternehmen Edel gilt seit Jahrzehnten als Begriff für Hochleistungs-Stanznibbelzentren für die Blechbearbeitung. Dazu gehören zum Beispiel die renommierten Baureihen Micromat, Powercut, Revocut. Auf den wachsenden Bedarf von CNC-Stanznibbelzentren im Low-cost-Bereich wurde Edel bereits vor Jahren aufmerksam und antwortete damals auf diesen Trend mit dem Micromat-Maschinenmodell. Bei der Weiterentwicklung dieser erfolgreichen Produktreihe mit Hunderten von verkauften Maschinen hat man sich stets konsequent am Stand der Technik orientiert und zusätzlich anwenderorientierte Innovationen integriert.

Das neueste Ergebnis ist die Edel Turbocut. Diese Maschinengeneration mit innovativer CNC-Technologie zeichnet sich durch eine völlig andere Philosophie aus: der Synthese aus leistungsstarker Produktionsmaschine und dualer CNC-Technologie, die anwenderorientiert einsetzbar ist. Dadurch läßt sich die Anlage ideal an verschiedene Fertigungsaufgaben anpassen und die Leistungsbandbreite werkstückabhängig einsetzen. Dies bedeutet, es ist kein Leistungsmerkmal zu wenig und kein Leistungsmerkmal zuviel.

Auch die Programmierung der Maschine unterschiedet sich von allen anderen ganz wesentlich. Stanznibbelzentren werden für vielfältige Anwendervorstellungen mit ganz unterschiedlichen Ausführungen gebaut. Diese vermeintliche Vielfalt wird jedoch durch die bisher üblichen, starren Programmierkonzepte häufig enttäuschend eingeschränkt. Entweder sind diese Systeme für den Werkstatteinsatz zu schwer erlernbar und auch zu programmieraufwendig, oder sie sind für sich allein in den Anwendungsmöglichkeiten und der technischen Verfügbarkeit unzureichend. In der Praxis muß sich daher der Anwender häufig mehrere Maschinen und Programmiereinrichtungen beschaffen sowie an unterschiedlichen Arbeitsplätzen im Unternehmen nutzen. Daraus entstehen größere personelle und logistische Probleme, welche sich alle kostensteigernd auswirken.


Edel hat sich daher zum Ziel gesetzt, die unterschiedlichsten Anforderungen vieler Blechbearbeiter in einem gemeinsamen Programmier- und Steuerungscenter zu bündeln. An der Maschine wird dann nicht mehr programmiert. Gleichzeitig wird dafür gesorgt, daß die dort integrierte Komfort-Software ständig mit marktübergreifendem Erfahrungsinput versorgt wird. Das Programmierprinzip Edel Easy-Comfort in Verbindung mit der Edel Turbocut mach universelle Blechbearbeitung leistungsfähig und bezahlbar.

Programmieren wird leicht gemacht
Der neue Zentralarbeitsplatz erfüllt eine Hauptvoraussetzung für die schnelle Integration der Anlage einschließlich maximaler Flexibilität und Wirtschaftlichkeit. Das wahlweise Programmieren ist besonders einfach (easy), das heißt, von jedem Mitarbeiter in der Werkstatt ohne den üblichen Schulungsaufwand bedienbar. Dabei können jederzeit selbst komplexe Teile komfortabel (comfort) programmiert werden, einschließlich Nesting, Microschnitt und dergleichen - und das am abgeschirmten Arbeitsplatz (CAD/CAM). Das alles ohne Aufwand und ohne doppelte Investition bei Hard- und Software.


Bisher galt das Konzept entweder CNC-Werkstattprogrammierung oder externer PC- Programmierplatz. Dieser Aufwand wurde jetzt bei Edel halbiert. Mit dem neuen Programmierprinzip Edel Easy-Comfort kann jetzt je nach Werkstückart und Bedienerqualifikation auf optimierte Weise programmiert werden:

„kinderleichte“ Programmerstellung mit der Möglichkeit zur stufenweisen Steigerung der Programmiererfahrung,
Möglichkeit zum Einlesen und Abarbeiten von CAD-Programmen,
Dialogführung und Diagnoseunterstützung in Menuetechnik,
eine optimale Werkzeugverwaltung.



Die Maschinenkonzeption der Edel Turbocut
Die Turbocut schließt kompromißlos und endgültig die bisherige Lücke zwischen gezielt einfach gehaltenen Low-cost-Maschinen und aufwendigen Hochleistungszentren. Schon lange warten viele potentielle Anwender auf Nutzungsmöglichkeiten, wie sie jetzt mit der Turbocut realisiert sind. Zu den typischen Bearbeitungsverfahren der Turbocut gehört das Stanzen, Nibbeln, Schlitzen, Klinken und Umformen. Die Basis dieses Stanznibbelzentrums bildet ein verwindungfreier, besonders breiter, nach vorne offener Maschinenständer von hoher Steifigkeit. Das präzise Koordinatensystem mit Spannzangen erlaubt die freie Werkstückbeschickung von allen Maschinenseiten sowie Bearbeitungsmöglichkeiten von übergroßen Blechformaten. Die hydraulische Hochleistungsstanzachse ermöglicht Hubfolgen bis 1.000 min-1; mit Achsvorschub ergeben sich Hubzahlen bis 600 min-1, beim Körnen sogar 1.200 min-1. Es können jeweils Bleche bis 6,3 mm Materialdicke bearbeitet werden. Durch die material- und werkzeugorientierte Hubverstellung lassen sich Umformoperationen schnell und wirtschaftlich durchführen. Die Anlage arbeitet mit jeweils drei Führungsachsen und Kugelumlaufspindeln. Damit sind hohe Dynamik und Verfahrgeschwindigkeiten möglich. Der Arbeitsbereich von 1.500 x 800 mm (Option 1.500 x 1.000 mm), läßt sich durch exaktes, programmgesteuertes Nachsetzen sowie Drehen und Wenden wesentlich erweitern. Der feststehende, bürstenbestückte Materialauflagetisch sorgt dabei für die kratzerfreie, vollformatige Unterstützung der Bleche während des Positionier- und Stanzvorgangs.

Revolverstation für offenes Werkzeugsystem
Durch die Funktionalität des Original Edel Revolversystems lassen sich die Stärken der Turbocut gegenüber einfachen sowie arbeitsraumhinderlichen Mono- und Mehrkopfanlagen ausspielen. Die Revolverstationen sind für ein offenes Werkzeugsystem ausgelegt, insbesondere für die international sehr häufig eingesetzten Fabrikate Amada, Mate, Wilson Tool. Die integrierten Rotationsstationen ermöglichen dem Anwender auf jede Fertigungssituation flexibel zu reagieren. Im Revolversystem können eingesetzt werden: Stanz-, Klink-, Trenn- und Umformwerkzeuge sowie Multitools. Diese sind in jede Winkellage zwischen 0 und 360 Grad drehbar.


Ausgabe:
bbr 09/1999
Unternehmen:
Bilder:

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