30. MAI 2016

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Mit Plasma statt mit Laser schneiden?


Vertriebsleiter Carsten Trentau, von Kjellberg insterwalde „Materialqualität und ­-oberfläche wirken sich nicht negativ auf Prozessstabilität aus.“ und Geschäftsführer Lutz Abram von PS Laser „Grob und günstig passt zum Plasmabrennen sowie präzise und flott zum Laserschneiden.“

Pro - Mit Einführung der HiFocus-Technologie hat das Plasmaschneiden einen entscheidenden Sprung bei der Verbesserung der Schneidergebnisse in Bezug auf Rechtwinkligkeit, Bartfreiheit und Oberflächenbeschaffenheit gemacht und ist damit Voraussetzung für eine gravierende Senkung der Nacharbeitskosten. Die modernste Anlage liefert heute bei optimalen Parametern höchste Qualität in einem großen Bereich von 0,5 bis 60 mm Dicke. Mit der entsprechenden Führungstechnik ist sie sowohl an 2D- als auch an 3D-Bauteilen einsetzbar und dabei vergleichsweise unempfindlich gegenüber Bauteil- und Lagetoleranzen. Auch Materialqualität und -oberfläche wirken sich beim Plasmaschneiden nicht negativ auf die Prozessstablität aus. Geschnitten werden sowohl verzunderte, angerostete und beschichtete Werkstücke als auch S- und Si-reiche Stähle, die beim Lasern problematisch sind. Diese Vielseitigkeit ist ein guter Grund, in der Metallbearbeitung die Plasmatechnik als Alternative zum Laser in Betracht zu ziehen. Weiterer entscheidender Vorteil sind Investitions- als auch Betriebskosten, die zwischen 15 und 40% einer Laseranlage liegen. Diese positive Entwicklung des Plasmaschneidens hat dazu geführt, dass nicht nur der Automobilsektor zunehmend von dieser Technologie profitiert.
Carsten Trentau

Contra - Der feinere Laserstrahl in Verbindung mit genauerer Linearantriebstechnik führt zu präziseren Bauteilgeometrien als es beim Plasmabrennen mit Spindel- oder Zahnstangenantrieben möglich ist. Verfahrensimmanente Vorteile des Laserschneidens, wie eine geringere Wärmeeinflusszone, nahezu rechtwinklige Schnittkanten und signifikante Geschwindigkeitssteigerungen eröffnen in Kombination mit hochdynamischen Linearschneidanlagen auch im dickeren Materialspektrum neue Einsatzfelder und perspektivische Fertigungsmöglichkeiten. Beim Laserstrahlschneiden sind Laserstrahlquelle, Bewegungs- und Steuereinheit sowie die Schneidtechnologie gegenüber dem Plasmabrennen aus einer Hand, wobei hinsichtlich Service & Maintenance anwenderseitige Vorzüge vorhanden sind. Weitere elementare Vorteile existieren prozesstechnisch bei Bohrungen oder Ausschnitten, die kleiner gleich 50 Prozent der Materialdicke, respektive in scharfen Kanten und Ecken ohne Verrundung. Das Laserschneiden erfüllt die permanent steigenden Kundenanforderungen für endabmessungsnahe Bauteile ohne additiven Aufwand für mechanische Nacharbeit früher als das Plasmabrennen. Grob und günstig passt zum Plasmabrennen sowie präzise und flott zum Laserstrahlschneiden.
Lutz Abram

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