02. JULI 2016

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Treffpunkt der Entscheider und Experten


Die Nortec ist die Fachmesse für Produktion im Norden und Treffpunkt der Entscheider. Sie findet 2014 zum 14. Mal in Hamburg statt (21. bis 24. Januar). Abgebildet werden alle Stationen der Wertschöpfung im Produktionsbetrieb. Neue Technologien in der Metallbearbeitung, Laser, Automation und Elektronik stehen im Mittelpunkt. Hersteller und Händler von Maschinen und Anlagen, Werkzeugen, Steuerungen, Messtechnik stellen ihre Produkte aus, Zulieferer und Auftragsfertiger bieten ihre Leistungen an.

Die Kurve zeigt spürbar nach oben. Nach dem Einbruch 2009 hat sich die deutsche Maschinenproduktion gut erholt und erwartet für 2014 ein erfolgreiches Jahr. Auch die Zahl der Beschäftigten im deutschen Maschinenbau ist in den letzten Jahren kontinuierlich geklettert – auf einen Höchststand von mehr als 980.000 Beschäftigten 2013. „Die Auftragslage in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Bremen wird als noch gut empfunden. Ebenso wird die Umsatzentwicklung bislang noch positiv beurteilt“, sagte Lars Reeder, Vorstandsmitglied bei VDMA Nord und Vorsitzender des Nortec-Beirates.

Die Fachmesse ist im Norden wichtigster Treffpunkt der Entscheider und Experten des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Sie vereint Anbieter aus allen Bereichen der Produktionstechnik und zeigt das gesamte Leistungsspektrum der industriellen Produktionstechnik. Bei der Pressekonferenz äußerten sich auch prominente Fachbesucher. „Wir – und ich denke viele andere Unternehmen auch – geben unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich auf einer regionalen Messe wie der Nortec zu informieren“, sagte Winfried Wittke, Geschäftsführer von ZAE-AntriebsSysteme GmbH & Co KG.

Die im Norden ansässige Industrie wird für Maschinen- und Anlagebauer immer interessanter. „Luftfahrt und Windenergie sind wichtige Cluster in Norddeutschland, die auch für Kroenert von Bedeutung sind. Immer bedeutsamer wird die enge Vernetzung, regional und global“, sagte Dr. Tarik Vardag, Geschäftsführer von Kroenert GmbH & Co KG.

Positives konnte Anja Holinsky, Projektleiterin Nortec, auch zum aktuellen Anmeldestatus melden. In diesem Jahr verzeichnen die Veranstalter einen neuen Ausstellerrekord. Die Hallen A1 und A4 sind weitestgehend ausgebucht. Die Aussteller kommen aus ganz Europa – von Belgien, Dänemark über Großbritannien und Österreich bis Polen und Schweiz.

Im Interview erläutern Winfried Wittke, Geschäftsführer von ZAE-AntriebsSysteme GmbH & Co KG, und Dr. Tarik Vardag, Geschäftsführer von Kroenert GmbH & Co KG, welche Trends sie in der Branche erwarten, welchen Stellenwert die Region Norddeutschland einnimmt und was die Fachmesse Nortec ihrer Meinung nach auszeichnet.

Die Maschinen- und Anlagenbaubranche entwickelt sich gut. Experten sagen ein Wachstum voraus. Was sind die Gründe für den Aufschwung?

Wittke: „Der VDMA hat die Wachstumsprognosen zuletzt ja nach unten korrigiert. Die neusten Zahlen aus der Antriebstechnik weisen im Auftragseingang lediglich ein Plus von einem Prozent aus. Im Umsatz hängt die Branche noch immer sieben Prozent hinter dem Vorjahr, ein Wert der in diesem Jahr nur schwer aufzuholen sein wird. Der Maschinenbau ist allerdings dermaßen heterogen, dass man die vielen verschiedenen Branchen für eine Prognose nur schwer sinnvoll und korrekt zusammenfassen kann.“

Vardag: „Für 2014 erwartet der VDMA trotz aller Unsicherheiten ein Wachstum über alle Branchen des Maschinen- und Anlagenbaus von plus zwei Prozent. Als Maschinen- und Anlagenbauer für Beschichtungs- und Kaschieranwendungen bedient Kroenert einen Nischenmarkt mit eigenen Gesetzmäßigkeiten. Für unser Geschäft erwarten wir für das nächste Jahr eine Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau. Gründe für die gute Auftragslage sind unter anderem der konsequente Ausbau der Technologieführerschaft über die letzten Jahre und die Präsenz in Zukunftsmärkten wie der Elektrodenbeschichtung für Hochleistungs-Batteriezellen oder bei Verbundwerkstoffen aus Carbonfasern.“

Welche Trends erwarten Sie für die Zukunft und wer profitiert besonders vom Aufschwung?

Vardag: „Wer in der Zukunft erfolgreich sein will, muss bestehende und neue Märkte mit innovativen Lösungen bedienen können. Mit unserem eigenen Technologiezentrum können wir selbst oder gemeinsam mit unseren Entwicklungspartnern die vorhandenen Technologien verbessern sowie neue Ideen und Ansätze entwickeln und praxisnah überprüfen.“

Wird sich der Aufschwung auch auf die Region Norddeutschland auswirken?

Wittke: „Mit Sicherheit, denn wir haben neben den Global Playern Airbus/Lufthansa Technik, Siemens-Windenergie eine Reihe von Hidden Champions als Zulieferer und Spezialisten wie Hauni, Still, Jungheinrich, Hako, Kroenert, ZAE, Nord, Krones-Werk Flensburg, Aerzener Maschinenfabrik, Blohm & Voss, Meyer-Werft, Hatlapa, Thyssen-Fördertechnik, Krone, Alfa Laval, Amandus Kahl, Possehl, Baader, Mahr, Rofin-Sinar, Kuhnke, Wolters, SPX und viele mehr.“

Vardag: „Luftfahrt und Windenergie sind wichtige Cluster in Norddeutschland, die auch für Kroenert von Bedeutung sind. Immer wichtiger wird die enge Vernetzung, regional und global. So sind wir beispielsweise Mitglied im CFK-Valley in Stade, einem Kompetenznetzwerk für Hochleistungsfaserverbund. In diesem Netzwerk kommen die weltbesten Partner für CFK-Leichtbautechnologie zusammen.“

In welchen Bereichen spielt Ihr Angebot aktuell jeweils eine besonders große Rolle?

Wittke: „Industriegetriebe werden in allen Bereichen des Maschinenbaus eingesetzt, für uns vorrangig in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, bei Verpackungsmaschinen oder in der Automation. Mit Radsätzen bedienen wir die Branche Antriebstechnik oder unter anderem die Fluidtechnik. Dort geht es z. B. um den Bau von Pumpen zur besseren Ressourcennutzung.“

Vardag: „Kaschier- und Beschichtungsanlagen spielen in den klassischen Anwendungen der flexiblen Verpackung und der technischen Produkte eine wichtige Rolle. Die Palette reicht von der Aluminiumlackierung bei Kaffeekapseln über Klebefolien bis hin zu Schutzfolien für Smartphones. Eine wachsende Bedeutung erlangen inzwischen die Clean Technologies. Hierzu zählen wir unter anderem die organische Photovoltaik, stationäre und mobile Energiespeicher und gedruckte Elektronik. Daneben bedient Kroenert mit seinen Anlagen die Hersteller von Leichtbauwerkstoffen für die Luftfahrt-, Automobil- und Windenergieindustrie. Für all diese Anwendungen ist die Beschichtung ein zentraler, qualitätsbestimmender Prozess.“

Sie sind als Fachbesucher bei der Nortec vor Ort. Warum ist ein Besuch für Sie unverzichtbar?

Wittke: „Der Norden gewinnt auch für uns an Bedeutung, die Aufzählung der Hidden Champions zeigt es.“

Vardag: „Wir werden die Nortec besuchen, um unsere Netzwerke mit wichtigen Zulieferunternehmen auszubauen.“

Die Nortec wird immer populärer. Was zeichnet die Fachmesse Ihrer Meinung nach aus?

Wittke: „Wir – und ich denke viele andere Unternehmen auch – geben unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich auf einer regionalen Messe wie der Nortec zu informieren. Auf der Nortec sehen wir ein breites Angebot an Produktionstechnik, genau das ist für uns und unsere Mitarbeiter wichtig und interessant. Auf der Nortec finden wir uns wieder, auch wir pflegen traditionell eine hohe Wertschöpfung. Bei uns spielt die Ausbildung, die Entwicklung und Konstruktion, die Beschaffung, aber auch die Produktion eine große Rolle.“

Vardag: „Dasselbe gilt für uns. Auf der Nortec werden alle Stationen der Wertschöpfung der industriellen Produktion abgebildet. Die Breite der dort präsentierten Produktionstechnologien und Dienstleistungen gibt einen umfassenden Überblick über Produktionslösungen für Industrien im Norden und die Möglichkeit des intensiven regionalen Austausches.“

Worauf freuen Sie sich persönlich ganz besonders?

Wittke: „Ich freue mich auf die gute Gelegenheit zur umfassenden Information, aber auch die Gelegenheit zur Erweiterung unseres Netzwerkes im Norden.“

Vardag: „Besonders freue ich mich auf die Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen.“

Wittke: „Wachstum wird es dort geben, wo mit Innovationen neue Märkte erobert werden. Wo Unternehmen investieren, nicht nur in Produktion, sondern vorrangig in Forschung und Entwicklung, in verbesserte Ausbildung, vernetztes Denken und Gesundheitsschutz. Profitieren werden die, denen es gelingt, die Megatrends zu bedienen. Ich denke an Ressourcenschonung, Elektromobilität, Energieeffizienz, Energieerzeugung und Speicherung, aber auch Ernährung und Gesundheit.“

Datum:
18.11.2013
Unternehmen:

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