25. APRIL 2018

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Hochautomatisierte Lohnfertigung


Der Lohnfertiger Société Giennoise de Chaudronnerie (SGC) setzt auf Automatisierung: Mit dem RAS-Multibend-Center hat SGC ein produktives Biegezentrum, das an ein Hochregallager angebunden ist und die Platinen mit einem eigenen Beladeroboter beschickt.

Automatisierung ist für SGC der Schlüssel für Erfolg. Unternehmenschef Pierre Laurent betont: „Unsere Kunden bestellen immer wieder die gleichen Teile. Die Abrufmengen sind aber häufig gering. Bei einem wiederkehrenden Auftrag ist es extrem wichtig, dass bereits das erste Biegeteil ein Gutteil ist." Die Kunden erwarten eine konstante Qualität der Biegeteile.

Das RAS-Multibend-Center bei SGC hat eine Biegelänge von 2.560 Millimeter und ist mit 203 Millimeter hohen Werkzeugen ausgestattet. Damit produzieren die französischen Blechspezialisten sowohl lange Profile, tiefe Boxen und großflächige Paneele. Die Bauteile sind aus Stahlblech, verzinktem Blech oder Edelstahl. Das kratzfreie Biegen des Multibend-Centers ist vor allem für empfindliche Oberflächen geeignet und verhindert ein nachträgliches Schleifen und Polieren.

Präzision beim Positionieren
Beim Biegen nach oben und unten bleibt die Platine auf dem Tisch des Biegezentrums liegen. Der Manipulator positioniert das Werkstück mit einer Präzision von wenigen hundertstel Millimeter auf der Biegelinie und dreht sie mit einer Genauigkeit von einem tausendstel Grad.

Die Werkzeuge der Oberwange und Unterwange spannen das Blech. Davor ist nahezu unbegrenzt Platz, sodass Biegeschenkel auch sehr lang sein können und sich die Vielfalt möglicher Biegeteile zusätzlich erhöht. Das Werkzeug der Biegewange setzt flächig am Blech an. Daraus resultieren ein kratzfreies Biegen und konstante Biegewinkel. Zudem gibt es keinen Verschleiß an den Biegewerkzeugen.

Komponenten mit mehr als vier Biegungen
Bei der Frage, welche Biegeteile über das Multibend-Center laufen und wann die Gesenkbiegepressen den Vorzug erhalten, hat SGC eine klare Strategie: Flächige Komponenten mit mehr als vier Biegungen, wechselnden Biegerichtungen oder Teile mit Umschlägen und Radien sind klare Kandidaten für das Biegezentrum.

„Wenn wir ein Biegeteil mit einem Radius auf den Pressen biegen wollen, müssen wir mit starken Qualitätsschwankungen rechnen. Das Anschlagen der Schenkel ist kompliziert und dauert sehr lange", erklärt Fertigungsleiter Sylvain Huteau. Das Biegezentrum setzt jeden Radius aus einzelnen Biegeschritten zusammen. Der Abstand der Steps ist so gering, dass auch bei Edelstahl die Einzelschritte nicht sichtbar sind.

Das automatische Positionieren mit dem Manipulator sichert die Wiederholgenauigkeit. Die Biegepräzision ist auch für das nachfolgende Schweißen wichtig. Je geringer die Biegeschwankungen, desto weniger muß geschweißt und verschliffen werden. Das beeinflusst nicht nur die Kosten, sondern auch die Optik der Biegeteile.

Langfristige Partnerschaften
SGC versucht, seine Kunden hinsichtlich automatisierungsgerechter Konstruktionen in einem frühen Entwicklungsstadium zu beraten. Dieses vertrauensvolle Miteinander setzt langfristige Partnerschaften voraus. Daher fokussiert sich SGC auch stark auf Stammkunden.

Das automatisierte Zuführen der Teile am Biegezentrum erledigt ein Beladeroboter, den SGC in das Gesamtsystem integriert hat. Der Roboter holt sich eine Platine von der Regalpalette und legt sie zunächst auf einem Licht-Messtisch ab. Dort wird die Vollständigkeit der Laserbearbeitung geprüft und die Lage der Platine ermittelt. Der Roboter greift die Platine erneut und führt sie entweder direkt dem Biegezentrum zu oder wendet sie an einer Umgreifstation. RAS stellte dafür die Datenschnittstelle bereit.

Früher hatte SGC eine starke Abhängigkeit von wenigen Kunden aus der Aufzugindustrie. Die vielfältigen Biegemöglichkeiten haben das Produktspektrum anwachsen lassen. Heute beliefert der Lohnfertigunger auch die Elektrobranche, die Hausgeräteindustrie, die Klimatechnik und den Maschinenbau.
 
Heimische Qualität
Die Automatisierung brachte auch Zuverlässigkeit für den Kunden. Bei manuellen Maschinen können unterschiedliche Mitarbeiterqualifikationen zu unterschiedlichen Biegeergebnissen führen. Die Fertigteilqualität bei automatischen Anlagen ist hingegen konstant. Pierre Laurent schmunzelt: „Wir konnten dank der Verlässlichkeit mehrfach Kunden gewinnen, die sich in Osteuropa geringere Einkaufspreise erhofft hatten, aber nach schlechten Erfahrungen wieder auf die heimische Qualität zurückgriffen."

Datum:
11.12.2017
Unternehmen:
Bilder:
RAS
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