21. NOVEMBER 2017

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Karosserieblechteile exakt vermessen


Bei der Vermessung von Karosserieblechteilen wird vor allem die taktile Messtechnik eingesetzt. Da bei dieser Messmethode lediglich wenige Einzelpunkte ausgewertet werden, können Bauteilgeometrien nur unvollständig geprüft werden. Schuler hat daher seit wenigen Monaten eine automatisierte Robotermesszelle mit einem optischen Messsystem.

Der 3D-Scanner von GOM liefert hochauflösende 3D-Koordinatenmessdaten von Karosserieblechteilen und Werkzeugen. Mit dem neuen Messsystem kann Schuler Bauteile bis zu einer Größe von Seitenteilen in kurzer Zeit vollständig auf Form und Maßhaltigkeit prüfen. Ebenso ist der vollflächige Abgleich zur Soll-Geometrie möglich.

Werkzeugeinrichtung beschleunigt
„Weil wir jetzt die gesamte Bauteilgeometrie auf einmal messen können, beschleunigen wir die Einrichtung der Werkzeuge deutlich“, erklärt Schuler-Geschäftsführer Udo Binder. „Dank der hohen Qualität der Messdaten verbessern wir auch die Qualität unserer Werkzeuge und benötigen weniger Korrekturschleifen. Darüber hinaus können wir die Werkzeuge selbst einscannen, digitalisieren und mit den Daten aus der Konstruktion abgleichen.“

Um das Bauteil räumlich zu erfassen, projiziert der Messsensor ein präzises Streifenmuster auf die Objektoberfläche, das von zwei Kameras nach dem Stereokameraprinzip erfasst wird. Da die Strahlengänge beider Kameras und des Projektors durch die Kalibrierung vorab bekannt sind, lassen sich 3D-Koordinatenpunkte aus den drei unterschiedlichen Strahlenschnitten berechnen. Dieses Triple-Scan-Prinzip bietet unter anderem Vorteile bei der Messung reflektierender Oberflächen.

Die Messtechnik eignet sich besonders für komplizierte Strukturteile wie Längsträger und B-Säulen oder für Außenhautteile wie Türen, Front- und Heckklappen, Dächer und Seitenwände. Sie erlaubt eine lückenlose Erfassung der Bauteilgeometrie, was sowohl die Phase der Werkzeugherstellung beschleunigt als auch die Qualität in der Serienproduktion sichert. Veränderungen sind mithilfe eines Soll-/Ist-Vergleiches als Falschfarbendarstellung schnell darstellbar und einfach zu interpretieren.
 
Mobile Robotermesszelle
Die punktuelle Vermessung von Bauteilen mittels taktiler Messverfahren ist zwangsläufig lückenhaft und erfordert gegebenenfalls weitere Messdurchgänge; zudem müssen Flächen aufwendig mit einem CAD-Arbeitsplatz erstellt werden. Im Gegensatz dazu ist durch die vollständige und flächenhafte Erfassung bei der optischen Messtechnik das digitalisierte Bauteil jederzeit an jeder beliebigen Stelle auswertbar.

Für die Flächenrückführung lassen sich die Daten als STL-Polygonnetze auslesen und im CAD weiterverarbeiten. Ebenso ist bei der Werkzeugnachbearbeitung das direkte CNC-Fräsen auf dem STL-Datensatz möglich. Durch die 3D-Messdaten lässt sich auch die Simulationssoftware optimieren. Dadurch beschleunigt sich die Entwicklungsarbeit künftiger Werkzeuge. Die optische Robotermesszelle ist mobil einsetzbar, sowohl an anderen Standorten von Schuler als auch bei Kunden.

Datum:
08.11.2017
Unternehmen:
Bilder:
Schuler
Schuler

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