26. SEPTEMBER 2016

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Die Krise muss warten


Die Euroblech zeigte eines deutlich: Von Krisenstimmung keine Spur. Der zweite Teil mit weiteren Ausstellern folgt in der bbr Jan/Feb-Ausgabe 2009.

_ Irgendwie war das schon fast surreal: Wenn man am Morgen die Tageszeitung in die Hand nahm, dann verschlimmerte sich die Wirtschaftslage tagtäglich. Eine halbe Stunde später, auf der Branchenmesse Euroblech in Hannover, sprachen ausschließlich die Journalisten die Finanz- und eine drohende Wirtschaftskrise an, was bestenfalls verständnisloses Kopfschütteln der Maschinenbauer auslöste. Die Lage stellte sich zum allergrößten Teil wie folgt dar: »Wir haben bis Ende nächsten Jahres voll zu tun und arbeiten ohnehin seit zwei Jahren personell am Anschlag. Die Lieferzeiten von 7 bis 12 Monaten sind für uns das eigentliche Problem«, so der Tenor vieler Aussteller. Und »Branchenwetterfrosch«, Branchenprimus Trumpf, sprach in Form des geschäftsführenden Gesellschafters Dr. Mathias Kammmüller von »vorsichtigem Optimismus«.

Moderne Fertigung
Die Krise muss jedenfalls warten, wenn es nach den Ausstellern in Hannover geht, das ist ein Signal, dass sich die Unternehmen seit der letzten Talfahrt besser aufgestellt haben. Die Nachfrage nach noch produktiveren Fertigungslösungen bestätigt, dass viele die Nachfrage des Marktes derzeit einfach nicht bedienen können. Das macht in vielerlei Hinsicht Freude. Zum einen zeigt es sich, dass die wahren Werte nicht durch virtuelles Geld entstehen, des Weiteren werden die meisten Unternehmen nach wie vor mit notwendigen Krediten versorgt. Zudem investieren nun viele Betriebe in hochinnovative Produktionssysteme, um sich so noch flexibler auf zukünftige Marktgegebenheiten einstellen zu können. Und dass die Besucher ihre Geldbörse nicht zu Hause vergessen hatten, zeigte sich beispielsweise bei Trumpf bereits nach zwei Tagen, als dort der Auftragseingang über dem der letzten Euroblech-Rekordmesse lag, bei Schuler oder bei Weil Engineering, deren Ausstellungsstück vom Stand weg gekauft wurde. Viele, viele weitere Aussteller konnten auf der Euroblech von ähnlichen Erlebnissen berichten.

Rekorde, nur Rekorde
Laut dem Veranstalter Mack Brooks Exhibitions zeigten bei der Jubiläums-Euroblech, die zum 20. Mal stattfand und sich zum 40. Mal jährte, 1.520 Aussteller aus 38 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen rund um die Herstellung und Bearbeitung des Werkstoffes Blech. Das waren somit 8 Prozent mehr Aussteller als 2006! Und die gleiche Steigerungsrate konnten die Messeveranstalter bei den Fachbesuchern feststellen: Insgesamt 69.400 Besucher aus rund 70 Ländern der Erde fanden an den fünf Messetagen in Hannover ein »ganzes Feuerwerk an Messeneuheiten, verbesserten Produkten und innovativen Systemen« vor. Positiv war, dass sehr, sehr viele Aussteller praktische Maschinenvorführungen auf ihren teils riesigen Messeständen boten, um Interessenten bestmöglich zu informieren.
»Der Aussteller- und Besucherzuwachs von jeweils 8?% ist für uns natürlich ein sehr positives Ergebnis. Besonders gefreut haben wir uns darüber, dass trotz der angespannten allgemeinen wirtschaftlichen Lage eine rege Geschäftstätigkeit in den acht Messehallen vorherrschte. Die große Mehrheit unserer Aussteller berichtet von sehr positiven Verkaufszahlen; sie nutzten die Fachmesse, um ihre geschäftlichen Aktivitäten auf globalem Niveau auszubauen«, erklärt Nicola Hamann, Messedirektorin der Euroblech, im Namen des Veranstalters Mack Brooks Exhibitions dann auch. Doch nun wollen wir Bilder sprechen lassen und Ihnen einige Innovationen bildlich vorstellen. _

Erik Schäfer

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