29. JULI 2016

zurück

kommentieren drucken  

Italien an der Spitze


<strong>Die italienische Umformbranche</strong> hat 2007 vor Deutschland Platz Eins erobert mit rund 2,6 zu 2,3 Milliarden Euro. In Teil zwei unseres Messerundgangs berichten wir von M wie Mossini bis T wie Trumpf.

Alle zwei Jahre trifft sich die Umformbranche in Bologna zur Lamiera. Und diesmal stellten über 579 Unternehmen vom 14. Bis 17. Mai ihre Maschinen, Anlagen, Roboter und Geräte auf der größten internationalen Umformermesse in Italien auf 28.000 Quadratmetern aus. 24.500 Fachbesucher wurden hier gezählt und machten diese Lamiera zur erfolgreichsten aller Zeiten.

MOSSINI: Mossini, Spezialist für hydraulische und mechanische Pressen, Transfer- und Twin-Transfer-Linien, Pressenstraßen etc. präsentierte ihr interessantes Servopressenkonzept ›NRG‹ auf der Lamiera dem Fachpublikum. In den italienischen Servopressen der Mossini SpA schlägt nicht nur das deutsche Herz von Siemens — Servomotor —, sondern auch das Hirn, sprich die CNC dieser Servopresse stammt von den Siemensianern. Übrigens, das Servopressenprogramm von Mossini reicht von 1.000 kN bis 5.000 kN Presskraft. (www.mossini.com)

Prima Industrie/Finn Power: Wenn zwei sich zusammentun, dann könnte der Markt davon profitieren. Dr. Domenico Appendino, Corporate Director Asia-Pacific Operations bei Prima Industrie, konnte eben nicht nur Verbesserungen der ohnehin schnellen Laserschneidmaschinen, wie der Domino Evoluzione präsentieren (schneller und präziser in 2- und 3D), sondern sich auch darüber freuen, dass mit Finn Power im Februar 2008 ein Unternehmen übernommen wurde, welches das Portfolio von Prima perfekt ergänzt. Zwar waren die Messestände (wegen der langen Anmeldefristen) auf der Lamiera noch getrennt, doch die Prima-orangen Farbstreifen auf dem Finn Power Messestand signalisierten bereits die Zugehörigkeit der Finnen zu den Italienern. Ausgestellt war hier etwa eine Press Brake, eine vollelektrische Abkantpresse, deren Technik von Safan (e-brake) aus Holland stammt — wenn das mal nicht europäisches Denken im Maschinenbau ist? Übrigens, Prima und ihr langjähriger Kooperationspartner S.I. Engineering (CAD/CAM-Systeme) haben ein gemeinsames Projekt mit Namen ›mestro‹ gestartet, das die Laserschneidmaschinenprogrammierung weiter vereinfacht und beschleunigt und auf den Algorithmen der Programmierumgebung ›Libellula‹ basiert. (www.primaindustrie.com / www.finnpower.de)

ROFIN: Heißgeliebt sind die Laserstrahlquellen von Rofin Sinar bei italienischen Maschinenbauern. Ob Adige, Prima Industrie oder Schiavi (um nur einige zu nennen), ein Blick unter die Haube verrät, dass hier eine Rofinquelle am Werk ist. Speziell die Rofin-Slablaser-Serie arbeitet hier mit großem Erfolg. Dementsprechend konnte Rofin viele bekannte Persönlichkeiten der italienischen Maschinenbaubranche auf ihrem Stand begrüßen. (www.rofin.de)

ROLLERI: Inmitten seiner Kunden befand sich der bekannte Abkantwerkzeughersteller Rolleri, der neben seinen Erfolgsgaranten aus der ROL-1-Serie mit dem pfiffigen Spannsystem — frontales Schnellspannen der Werkzeuge erlaubt — sein Kundenserviceprogramm vorstellte. Übrigens, wenn Sie die patentierten Rolleri-Abkantwerkzeugspannsysteme interessieren, können Sie sich deren Funktion auf der Rolleri-Homepage unter VIDEO ansehen. (www.rolleri.de).

SALVAGNINI: 30 Jahre nach der Präsentation des ersten S4-Stanzsystems stellt Salvagnini auf der Lamiera die neue und exklusive Version ›X‹ vor. Auch diese Maschine ist mit dem patentierten Salvagnini Mehrfachpressen-Stanzkopf ausgestattet (jedes Werkzeug verfügt über einen eigenen Druckzylinder), der die Stillstandszeiten der Maschine aufgrund anstehender Werkzeugwechsel reduziert, da sich der Stanzkopf eben aus der Fülle der bereits eingesetzten Werkzeuge bedienen kann. Ob das X für eXtrem steht, weil die Maschine solch kurze Zykluszeiten aufweist? Auch der Flachbettlaser L1.it erfuhr eine Beschleunigungs- und Präzisionskur. Kern ist hier die Software-Funktion ›Laser Tradjust‹, die in die SiX-Steuerung integriert wurde und die automatische, für den Bediener nachvollziehbare Bestimmung der optimalen Werte der Modulation der Leistung in Abhängigkeit von der Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit und Beschleunigung erlauben. Die algorithmische Bestimmung der optimalen Werte bewirkt eine spürbare Reduzierung des Verbrauchs und verkürzt den Bearbeitungszyklus bei deutlicher Verbesserung der Schnittqualität. (www.salvagnini.it)

SCHIAVI: »Seit vier Jahren sind wir nicht mehr Amada-Repräsentant in Italien«, erinnert der neue Schiavi-Marketingchef Alessandro Scaglione. Damit öffnete sich Schiavi nicht mehr nur dem italienischen, sondern dem gesamteuropäischen Markt. Das 1956 gegründete Maschinenbauunternehmen baut nun seine Abkantpressen nicht mehr als Lizenznehmer, sondern in eigener Regie. Zudem gehören Scheren, Stanzen, Plasma- und Laserschneidmaschinen und die Automation zum Schiavi-Maschinenprogramm. Das Unternehmen hat hier bestehende Beteiligungen an anderen Unternehmen ausgeweitet bzw. Unternehmen vollständig übernommen. Bereits im letzten Jahr erwirtschafteten 220 Schiavi-Mitarbeiter in Europa rund 33 Mio. Euro. Ein Messehighlight auf der Lamiera war Schiavis 2D-Laserschneidmaschine der LS-Baureihe in Monoblockbauweise, die ohne Maschinenfundament auskommt. (www.schiavimacchine.it)

STAM: Längsteilen, Querteilen, Umformen und Richten, Automatisieren — Stam ist in der Welt der Coilbearbeitung eine feste Größe. Die italienischen Maschinenbauer zeigten in Bologna unter anderem eine Präzisionsvorschubrichtmaschine mit 19 Rollen à 45 mm Durchmesser für kaltgewalzten, warmgewalzten und verzinkten Stahl. (www.stam.it)

STARMATIK: Die »Einblechstrategie« der Automatisierungsexperten von Starmatik verdeutlichte, zu welchen Glanzleistungen automatisierte Blechbearbeitungsmaschinen fähig sind. Automatisierer Starmatic ließ eine innovativen Notizzettel-/Stifthalter vollelektrisch auf einer Press-Brake mit einem Fanuc-Roboter biegen — aus nur einem Stück Blech! Natürlich sind die Spezialisten nicht nur auf filigrane Kleinteile spezialisiert, in der bbr-Septemberausgabe 2007 berichteten wir auch von einer Großanlage mit zwei Trumpf-Abkantpressen für bis zu 4 x 1,5 Meter große Blechteile.

TRUMPF: Von allem etwas konnte der interessierte Fachbesucher bei Trumpf entdecken. Ob Schweißen, Laserschneiden, Markieren, Abkanten, Stanzen oder Automatisieren oder die Kombination (wie etwa Stanzen mit automatischem Teiletransport), die Trumpfianer zeigten sich in der »Höhle des Löwen« gut gerüstet, denn gerade um Bologna befindet sich ein Eldorado der Blechbe- und -verarbeiter und damit jede Menge potenzielle Kunden. (www.trumpf.com)
Erik Schäfer

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Themenvorschau bbr (PDF)

bbr Bänder Bleche Rohre - Themenvorschau

 

bbr Sonderhefte und Supplements