28. MAI 2016

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Was das Herz begehrt


Roboter, Feeder, Montagemaschinen die Welt der Automation traf sich vom 10. bis 13.6. auf der Automatica in München. bbr zeigt im Fotorundgang interessantes, Neues, innovatives und zukunftsträchtiges. Vielleicht ist auch für Ihren Betrieb etwas dabei?

Die Automation hält zunehmend Einzug in die Fertigungsbetriebe. bbr zeigt Ihnen hier einige interessante Messeentdeckungen und Lösungen, die die Fertigung so richtig auf Touren bringen kann.

BILSING: Die Automation von Presswerken, vom Karosserierohbau oder das Handling von Kunststoffteilen, drei Grundthemen, mit denen sich das Unternehmen aus Attendorn erfolgreich beschäftigt, denn welcher Automobilist oder auch Zulieferer, ist nicht mit ihnen bestückt, den ›Flexiblen Greifsystemen‹ der Bilsing Automation. »Unseren modularen Baukasten aus Stahl und Aluminium, haben wir durch Carbon-Fibre-Komponenten konsequent erweitert. Schwingungssteifigkeit und ein geringeres Gewicht zeichnen unsere CFK-Systeme aus, die sich schnell für unsere Kunden rechnen« freut sich Vertriebsleiter und Prokurist Thomas Bilsing. Des weiteren hat die Bilsing Automation für die verschiedensten Anwendungen ein umfangreiches Programm an Vakuumsaugern für die unterschiedlichen Material-Beschaffenheiten entwickelt. (www.bilsing-automation.com)

CLOOS: Stufen oder stufenlos? Die Carl Cloos Schweißtechnik zeichnet sich nicht nur durch Roboterlösungen (oft gigantischen Ausmaßes) für das Schweißen aus, sondern besinnt sich auch verstärkt wieder seiner Wurzeln, den Schweißstromquellen. Mit großem Aufwand und mit Herz hat das Unternehmen in die Schweißstromquellengeneration ›Qineo‹ investiert und präsentierte stolz die blauen Schweißgeräte zum MIG/MAG-Schweißen. Qineo gibt es als Stufenschaltgeräte (Qineo Step) oder für das manuelle/automatische Pulsschweißen in der Industrie (Qineo Pulse). (www.cloos.de)

DIEFFENBACHER: Prototypenbau der Zukunft? Der Bereich System Automation von Dieffenbacher hatte eine ganz besondere Neuheit im Gepäck, das ›Roboforming‹. Innerhalb kürzester Zeit fahren zwei Roboter synchron eine zwischen ihnen eingespannte Blechplatte in Bahnen ab. Runde um Runde geben sie dem Blech die zugedachte Form. Der Umformvorgang basiert auf der bahnsynchronen Steuerung zweier Industrieroboter, die frei programmierbar sind. »Wir können die Form direkt von der CAD-Zeichnung umsetzen und kommen so schnell und kostengünstig zur Erstform, da wir nicht erst ein Umformwerkzeug bauen müssen«, so Geschäftsführer Thomas Peter zu den Vorteilen des Roboforming. (www.dieffenbacher.de)

DLR: Kennen Sie Justin? Das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Hirzinger stellte den humanoiden zweiarmigen Roboter vor, indem er ihn einen Instantdrink aus einem Getränkepulver und Wasser zusammenstellen und im Glas mixen ließ. Dipl.-Informatiker Christoph Borst zu dem ›Spielzeug‹ mit ernstem Hintergrund: »Justin erlaubt uns tiefe Einblicke in die Steuerung und Regelung komplexer Roboter.« Der Roboter kann bis zu 15 kg heben und neben seinen beweglichen Armen, Händen und dem Oberkörper erlaubt ihm eine Plattform mit Rollen einen Standortwechsel. Zum sicheren Stand werden dann die Rollen wieder eingeklappt und der Roboter kann seine nächste Aufgabe übernehmen. (www.robotic.dlr.de)

EWM: Alles bestens gefügt, und damit dies so ist, hat EWM Geräte, Komponenten und Verfahren für die schweißtechnische Prozessautomatisierung dabei. Interessant auch die MIG/MAG-Puls-Kombinationsstromquelle zum Roboterschweißen, die gleich zwei Schweißverfahren kombiniert.Mit coldARC kann im ersten Schritt mit geringster Fügeenergie die Nahtwurzel gefügt werden und im zweiten Schritt können mit dem Verfahren forceARC ohne Brennerwechsel weitere Schweißlagen aufgebracht werden. Das bietet sich zum Beispiel bei der Rohrherstellung an, wo zunächst der Spalt vorgeschweißt und dann die Lagen aufgebracht werden. (www.emw.de)

FANUC: Die Roboterbauer umgaben sich mit ihren Systempartnern und zeigten neben einer Fülle an innovativen Robotern und Applikationen auch Sinn für das Show-Business. So wurden die drei Fanuc-Robotic-Awards vergeben und der Verkauf des 200.000sten Roboters bekanntgegeben. Eine sehr interessante Geschichte war die aufgebaute Anlage von FFT EDAG Produktionssysteme Ein R-2000iB-Roboter, ausgestattet mit einem Schunk-Servogreifer, erkannte sicher verschieden große Blechbauteile und konnte sie dank zweier servomotorisch verstellbarer Greifer sicher aus einem Regal entnehmen. Die eigentliche Neuheit aber waren die am Boden aufgebauten ›Säulen‹ zur Auflage der Blechbauteile. Sie heißen F-100iA und wurden erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Auf einem solchen flexiblen Arbeitstisch, bestehend aus (in diesem Fall vier) mehreren F-100iA-Robotern (mit je nach Ausführung vier oder fünf Achsen), können verschiedenste Bauteile sicher gehalten werden. Der R-2000iB Roboter kann, wie in diesem Beispiel, dann eine Punktschweißzange greifen und mit dem Schweißen beginnen. (www.fanucrobotics.de)

FRAUNHOFER IPA: Das Institut Produktionstechnik und Automatisierung zeigte als Besonderheit einen Spezialkopf, der Türdichtungsgummis für Automobile mit dem Roboter einsetzt, ablängt und festklebt. »Dieser Kopf wurde von uns zusammen mit Kuka und 3M entwickelt und derzeit nur im Laboreinsatz unter Einsatzbedingungen bei 3M installiert«, so Dr.-Ing. Johannes Wößner. Beim IPA werden Systeme wie etwa das vorgestellte System konzipiert, konstruiert und die Prototypen auch gebaut/montiert. (www.ipa.fraunhofer.de)

FRONIUS: Automatisiertes Schweißen ist natürlich ein Thema bei Fronius. Zahlreiche Roboterapplikationen und Verfahren hat das Unternehmen in seinem Produktportfolio. Ein Thema hat bbr im Zusammenhang mit Fronius jedoch noch nie beleuchtet, das Orbitalschweißen: »Unsere Orbitalschweißgeräte, wie das FPA 2020 AC/DC, dürften derzeit die kleinsten tragbaren Wechselstrom/Gleichstromaggregate auf dem Markt sein. Sie sind kompatibel zu allen gängigen Orbitalschweißzangen und einfachst zu bedienen«, so Bodo Hahn, Prozessexperte Orbital. (www.fronius.com)

MOTOMAN: Jede Menge Roboter hatte Motoman mitgebracht. Darunter zahlreiche Neuheiten, wie etwa diesen filigranen Schweißroboter. »Der VA 1400 besitzt sieben Achsen und kann damit jeden Blechwinkel erreichen. Zudem ist er blitzschnell und erreicht eine Positioniergenauigkeit von +/- 0,08 Millimetern«, erläutert Günter Kreuzig von der technischen Beratung und Vertrieb das neue ›Wunderkind‹ in der Motoman-Roboterfamilie. (www.motoman.de)

MT: Dass Carsten Ecken von MT (ein Geschäftsbereich der Lissmac-Gruppe) den Posimaten im Traum beherrscht, machte bbr-Chefredakteur Erik Schäfer neugierig und er trat den Selbstversuch an. Tatsächlich ließ sich der 60-kg-Stahlblock heben, als wäre es ein Bleistift. So ergonomisch kann also ein Arbeitsplatz ausgestattet werden, an dem viel Hebearbeit gefordert ist. (www.mt-handling.com)

PIAB: Luft ist ein kostbares Gut, zumindest wenn sie in Betrieben als Druckluft produziert werden muss, um zum Beispiel die Druckluftsauger an den Bilsing-Greifern im Presswerk mit Luft zu versorgen. Dank einem dezentralen Vakuumsystem mit Energiesparfunktion (selbsttätig, vakuumüberwachte Ejektoren) kann jetzt der Spargang eingelegt werden. Geschäftsbereichsleiter Automobilindustrie Thomas Ludwig kann dies anhand eines Softwareprogrammes schnell demonstrieren, wie hier die verschiedenen Systeme abschneiden: »Dass unser System so sparsam ist, liegt zum einen daran, dass wir die Sauger nach Aufbau des Vakuums einfach nicht weiter mit Unterdruck beaufschlagen und nur dann weiter Vakuum erzeugt werden muss, wenn durch Leckage das Vakuum abnehmen sollte. Zudem benötigen die Piab Vakuumerzeuger je nach Ejektoren-Typ, zum Beispiel nur 3,14 bar (Pi) Speisedruck zum Erreichen ihres max. Vakuums. Unser dezentrales Vakuumsystem spart etwa dem Automobilbauer GM gegenüber einer zentralen Lösung um mehr als 80 Prozent Energie.« (www.piab.de)

REIS: Mehr als ›nur‹ rote Roboter zeigte Reis. So etwa das neue Kabinenkonzept für Laserschneidarbeitskabinen , das den Laser sofort abschaltet, sollte der Strahl die innere Kabinenwand durchdringen, oder die modulare Schweißoptik (MWO) zum Schweißen und Schneiden, oder die vollautomatische Prüfung von Schweißnähten mittels Roboter mit einem Optiksystem von Vitronic (VIRO WSI). In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer ILT entwickelte Reis Robotics einen Laserschweißkopf zum 3D-Auftragsschweißen mit variabler Spurbreite von 0,5 bis 4 mm, was mittels einer Zoom Optik erreicht wird. (www.reisrobotics.de)

REMMERT: Sortierroboter, wie der ›Laser-Sort‹ oder der ›Cutting-Sort‹ erweitern das Produktprogramm der Lagerspezialisten in Richtung Automationstechnik. Beide Systeme nutzen einen Kuka-6-Achs-Knickarmroboter. Der Laser-Sort verbringt die Rohbleche auf den Wechseltisch der Laserschneidmaschine, sortiert die Fertigteile in die zuvor definierten Ladeträger ab und entsorgt dann die Restgitter. Der Cutting-Sort organisiert die Absortierung von Sägezuschnitten und den vollautomatischen Materialtransport von der Sägemaschine zu weiteren Bearbeitungszellen. »Wir haben bereits interessante Applikationen in Betrieb. So einen Laser-Sort-Sortierroboter für zwei Laserschneidmaschinen. Die Anlage soll auf fünf Laserschneidmaschinen und vier Roboter ausgeweitet werden und arbeitet schon jetzt im Dreischichtbetrieb«, so Geschäftsführer Matthias Remmert. (www.remmert.de)

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