19. FEBRUAR 2018

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Einfach ätzend


Technik

Als präzises Verfahren für die Blechbearbeitung erreicht das fotochemische Ätzen enge Toleranzen, ist hoch reproduzierbar und in vielen Fällen die einzige Technologie, mit der Metallteile in der für anspruchsvolle und oft sicherheitskritische Anwendungen notwendigen Genauigkeit kostengünstig gefertigt werden können.
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Grat- und spannungsfrei

Wenn es um höchste Präzision und minimale Merkmalsgröße geht, kommt das Stanzen dem fotochemischen Ätzen wahrscheinlich am nächsten. Nachteile sind jedoch die mechanische Belastung des Metalls während der Bearbeitung sowie die verbleibenden Grate – sie sind unvermeidbar bei der Bearbeitung in einer Presse. Gestanzte Teile müssen also kostenintensiv nachbearbeitet werden. Für die Produktion werden außerdem teure Stahlwerkzeuge benötigt – für kleine Stückzahlen keine rentable Lösung. Darüber hinaus ist der Werkzeugverschleiß bei der Bearbeitung von Hartmetallen problematisch, weil oft teure und zeitraubende Instandsetzungen erforderlich sind.

Beim fotochemischen Ätzen dagegen können Teile grat- und spannungsfrei produziert werden. Verfahrensbedingt kann zudem der Werkzeugverschleiß vernachlässigt werden – ein großer Kostenvorteil, der die Ätztechnik im Vergleich zum Stanzen bei großen wie auch bei kleinen Stückzahlen zu einer profitablen Alternative machen kann.

Präzision und Flexibilität

Fotochemisch geätzte Teile können einzigartige Merkmale enthalten. Ursache dafür ist die inhärente Biegelinie. Eine moderne Ätztechnik-Produktion kann Biegelinien kontrollieren und ermöglicht so eine Reihe von Profilen zur Produktion scharfer Schnittkanten, beispielsweise für medizinische Klingen, oder konische Öffnungen, zum Beispiel zur Ausrichtung von Strömungen in Filtergewebe.

Kostengünstige Werkzeugherstellung und Design-Iterationen

Fotochemisches Ätzen ermöglicht die Herstellung detailreicher, komplexer und präziser Metallteile. Die Technologie bietet Konstrukteuren eine enorme Flexibilität, da Anpassungen von Designs bis direkt vor der Herstellung möglich sind und auch schwierige Geometrien optimal umgesetzt werden können.

Ein wesentlicher Faktor hierfür ist die Verwendung digitaler Werkzeuge, die günstig zu produzieren sind und ohne großen Aufwand bis wenige Minuten vor der Fertigung geändert werden können. Im Gegensatz zum Stanzen steigen die Kosten für die digitale Werkzeugherstellung nicht mit der Komplexität der Teile. Dies motiviert zu Innovationen, da sich die Konstrukteure ohne Sorgen um die Kosten auf optimierte Funktionen konzentrieren können.

Mit zunehmender Bauteilkomplexität steigen bei herkömmlichen Metallbearbeitungstechnologien die Produktionskosten. Das ist die Folge der notwendigen kostspieligen und komplizierten Werkzeugherstellung. Die Kosten erhöhen sich außerdem auch, wenn herkömmliche Technologien mit seltenen Materialien, Materialdicken und Materialgüten verwendet werden. Dies hat beim fotochemischen Ätzen keine Auswirkungen auf die Kosten.


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Ausgabe:
bbr 01/2018
Unternehmen:
Bilder:
Precision Micro
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