24. MAI 2018

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Kosten runter, Sicherheit rauf


Fokus/Schmieren und Schützen

Rohbauteile unter anderem für Daimler, Porsche, BMW, Audi, Opel und VW fertigt Tower Automotive Presswerk Artern in Thüringen. An einer Transferpresse stellte das Unternehmen 2016 auf eine Sprühbeölung von Technotrans um und zog nun erfolgreich Bilanz.
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Tower Automotive in Artern gehört zur Tower-International-Gruppe (Michigan, USA), die als einer der führenden Hersteller von Blechteilen weltweit für die Automobilindustrie tätig ist. Sie beliefert vorrangig alle namhaften Automobilhersteller mit Umformteilen für die Karosserie-Außenhaut, Strukturteilen und Schweißbaugruppen. Die Gruppe erwirtschaftete 2016 mit 8.000 Mitarbeitern einen Umsatz von zwei Milliarden US-Dollar. Am Standort Artern in Thüringen arbeiten rund 150 Mitarbeiter.

Tower Artern fertigt auf einer Transferpresse von Schuler Strukturteile mit einer Platinenbreite bis 2.000 Millimeter für die Automobilindustrie. An dieser Presse – bereits 2005 installiert – war bisher ein konventionelles Sprühbeölungssystem eingebaut, das mit Druckluft sprüht. Aufgrund dieser Sprühtechnik kam es zu einer derart ausgeprägten Ölnebelbildung, dass sich auch außerhalb des Pressenschutzzauns ein permanenter Ölfilm auf dem Boden ablagerte. Für Mitarbeiter bestand auf dem glitschigen Boden erhöhte Rutschgefahr und Arbeitsunfälle waren nicht ausgeschlossen.

Eine Absaugung konnte als Abhilfe nicht im unmittelbaren Sprühbereich installiert werden, da sich diese im Kollisionsbereich mit dem Platinenlader befunden hätte. Auch die zwischenzeitliche Umrüstung auf druckluftbetriebene Sprühleisten eines anderen Herstellers brachte keine Verbesserung.

Lösung trotz widriger Umstände

»Während eines Messebesuchs sind wir auf Technotrans aufmerksam und sofort neugierig geworden, da mit einer druckluftfreien und somit nebelarmen Sprühbeölung geworben wurde«, blickt Jürgen Batilla, Geschäftsführer bei Tower Artern, zurück. Nach Referenzbesuchen und Detailabstimmungen hat sich Tower dann für die Umrüstung auf eine Sprühbeölung aus Sassenberg entschieden. Damit verbunden war auch die Hoffnung, Kosten durch Öleinsparung und Reduzierung des Wartungsaufwandes zu senken.

Mit Linearantrieben aus der Gefahrenzone

Alois Scharf, Leiter der Business Unit Ink & Fluid Technology bei Technotrans, ergänzt: »Die Gefahr der Ölnebelbildung konnten wir ausschließen. Aufgrund unserer druckluftfreien Sprühtechnik sahen wir uns hier auf der sicheren Seite.« Für Scharf bestand die Herausforderung vielmehr darin, die obere Sprüheinheit aus dem Kollisionsbereich mit dem Platinenlader herauszubringen und dennoch einen möglichst geringen Sprühabstand von 100 Millimetern zur Blechplatine zu realisieren.

»Die Lösung bestand darin, die obere Sprüheinheit mit Linearantrieben zu versehen, die die obere Sprühleiste im Pressentakt aus dem Kollisionsbereich vertikal herausfahren, um sie während des Platinenvorschubs wieder nahe über der Platine zu plazieren«, erklärt Scharf.

Die Umrüstung auf die Sprühbeölung von Technotrans erfolgte im Juni 2016 nach einem straffen Terminplan, beginnend mit dem Ausbau der Altanlage. Mit der Einbindung in die elektronische Sicherheits- und Not-Aus-Kette beauftragte Tower den Pressenhersteller Schuler. Bereits fünf Tage nach Start der Umbauaktion konnte die Arbeit an der Presse wieder aufgenommen werden.


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Ausgabe:
bbr 01/2018
Unternehmen:
Bilder:
Technotrans
Technotrans

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