21. FEBRUAR 2018

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Grosse Chance


Technik

Maschinenbauer sind eher konservativ, oder sagen wir vorsichtig: Neuen technischen Lösungen begegnen sie in der Regel mit neugieriger Skepsis. Anders die Hersteller von Wasserstrahlschneidanlagen: Sie sehen im Suspensionsverfahren, bisher nur in Mobilanlagen, eine große Chance. Während der Blechexpo fand eine hochkarätig besetzte Gesprächsrunde zum Thema ›Consus‹ statt.
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Ralf Winzen: Der Kunde sieht durch ein Benchmark, ob es sich lohnt, den Injektorkopf durch die Suspensionseinrichtung zu ergänzen oder zu ersetzen.

Franz Eder: Wir haben Beispielrechnungen durchgeführt mit Ersatzteil- und Abrasivmittelverbrauch und allem Drum und Dran. Beim Schneiden von 20-mm-Stahl sind wir im Einschichtbetrieb auf eine Amortisationszeit von eineinhalb Jahren gekommen, Neuanlage gegen Neuanlage gerechnet.

Heinz Eichhorn: Ich glaube nicht, dass sich die Kombination Injektor plus Suspension auf einer Anlage durchsetzen wird. Wir haben das für unsere Maschinen durchgerechnet und kamen im Einschichtbetrieb auf 30 Prozent höhere Maschinenstundensätze – unter anderem, weil immer ein Teil der Anlage ungenutzt bleibt; im Zweischichtbetrieb waren es immer noch 23 Prozent. Das heißt: Zwei Verfahren auf einer Maschine machen beide Verfahren zu teuer. Der Kunde tut also gut daran, sich für ein Verfahren zu entscheiden.

Vorhin wurde von harten Materialien, etwa Keramik, gesprochen, wo das Suspensionsverfahren Vorteile zeigt. Wann könnte es sich beim Stahl rentieren?
?

Ralf Winzen: Da müssten wir über Wandstärken reden.
Franz Trieb: Genau! Und da erweitert das Suspensionsverfahren, das ich ganz fantastisch finde, die Möglichkeiten für den wirtschaftlichen Einsatz des Wasserstrahlschneidens erheblich. Wir konkurrieren ja weniger untereinander als vielmehr mit anderen, schnelleren Schneidverfahren, wie Laser und Plasma. Die Konkurrenz Wasserstrahl gegen Wasserstrahl ist im Vergleich dazu nachrangig, erst recht die zwischen Hersteller A und Hersteller B.

Bei hitzeempfindlichen Werkstoffen und Sandwichmaterialien haben Sie dafür fast ein Monopol.

Marc Epping: Einerseits nimmt uns gerade der Festkörperlaser Anwendungen weg, aber wenn Sie die Investitionskosten betrachten, ist selbst eine Injektor-Suspensions-Kombinationsanlage noch sehr günstig. Und wir sind vielseitiger, was gerade für Job-Shopper wichtig ist. Und man kann Wasserstrahl-Schneidanlagen nachts unbewacht laufen lassen.

Franz Eder: Wenn wir vergleichen, müssen wir auch über die Schnittqualität sprechen, auch gegenüber dem Injektorverfahren. Der Suspensionsstrahl lässt sich viel besser fokussieren, genauer gesagt, die Kohärenz ist besser. Dieser Vorteil kommt vor allem bei dicken Materialien zum Tragen.

Sven Anders: Für mich ist der entscheidende Punkt, dass wir ein zusätzliches Verfahren haben, das nicht nur die Einsatzmöglichkeiten des Wasserstrahls erweitert, sondern auch zeigt, dass die Wasserstrahlbranche zu einem entscheidenden Technologiesprung mit großem Potenzial fähig ist.

Reicht es denn, einer bestehenden Anlage einfach einen weiteren Kopf zu verpassen, natürlich mit Pumpe, Mischer, Schläuchen et cetera pp. dahinter?

Heinz Eichhorn: An unseren Maschinen müsste der Wannenboden mit Keramik ausgekleidet werden. Herkömmliche Auflagen würden dem Consus-Strahl keine fünf Minuten standhalten. Nachrüstungen sind praktisch nicht wirtschaftlich. Man müsste die Maschine gleich auf den Suspensionsstrahl auslegen.


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