19. FEBRUAR 2018

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Hochautomatisierte Lohnfertigung


Technik

Die Société Giennoise de Chaudronnerie (SGC) ist ein mit den modernsten Produktionsmaschinen ausgestatteter Lohnfertiger für Blechteile. Das Unternehmen aus Gien, südlich von Paris, setzt auf Automatisierung. Mit dem RAS Multibend-Center hat SGC nicht nur ein sehr produktives Biegezentrum im Einsatz, sondern diese Biegezelle zudem an ein Hochregallager angebunden, und die Platinen handhabt man mit einem eigenen Beladeroboter.
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Automatisierung ist für SGC der Schlüssel für aktuelle und zukünftige Erfolge. Der Chef des Betriebes, Pierre Laurent, ist überzeugt: »Viele Unternehmen setzen auf Automatisierung, um Personal zu sparen. Das mag ein Grund sein, doch unsere ›Philosophie‹ geht deutlich weiter.« Der stetig wachsende Mangel an Fachkräften ist sicher ebenfalls ein Anlass für Automatisierungsprojekte. Die Kunden erwarten eine konstante Qualität der gelieferten Biegeteile. Für SGC ist es wichtig, diese Konstanz nicht nur bei großen Fertigungsmengen, sondern auch bei kleinen Losgrößen zu erzielen. »Unsere Kunden bestellen die gleichen Teile immer wieder. Die Abrufmengen sind aber häufig gering. Bei einem wiederkehrenden Auftrag ist es extrem bedeutsam, dass bereits das erste Biegeteil ein Gutteil ist«, verdeutlicht Pierre Laurent den Anspruch an das Biegezentrum.

Das RAS Multibend-Center bei SGC hat eine Biegelänge von 2.560 mm und ist mit 203 mm hohen Werkzeugen ausgestattet. Damit produzieren die französischen Blechspezialisten sowohl lange Profile als auch tiefe Boxen und großflächige Paneele. Die Bauteile sind sowohl aus Stahlblech, verzinktem Blech als auch aus Edelstahl. Das kratzfreie Biegen des Multibend-Centers bietet bei empfindlichen Oberflächen einen großen Mehrwert und eliminiert ein nachträgliches Schleifen und Polieren. Die Blechdicken bewegen sich meist zwischen einem und anderthalb Millimeter.

Beim Biegen nach oben und unten bleibt die Platine auf dem Tisch des Biegezentrums liegen. Der Manipulator positioniert das Werkstück mit einer Präzision von wenigen hundertstel Millimeter auf der Biegelinie und dreht sie mit einer Genauigkeit von einem tausendstel Grad. Die Werkzeuge der Oberwange und Unterwange spannen das Blech. Davor ist nahezu unbegrenzter Platz, so dass Biegeschenkel auch sehr lang sein können und sich die Vielfalt möglicher Biegeteile zusätzlich erhöht. Das Werkzeug der Biegewange setzt flächig am Blech an. Daraus resultieren ein kratzfreies Biegen und konstante Biegewinkel. Zudem gibt es keinen Verschleiß an den Biegewerkzeugen.

Bei der Frage, welche Biegeteile über das Multibend-Center laufen und wann die Gesenkbiegepressen den Vorzug erhalten, hat SGC eine klare Strategie. Flächige Komponenten mit mehr als vier Biegungen, wechselnden Biegerichtungen oder Teile mit Umschlägen und Radien sind klare Kandidaten für das Biegezentrum.

»Wenn man ein Biegeteil mit einem Radius auf den Pressen biegen möchte, muss man mit starken Qualitätsschwankungen rechnen. Das Anschlagen der Schenkel ist kompliziert und dauert zudem sehr lange«, erklärt Fertigungsleiter Sylvain Huteau. Das Multibend-Center setzt jeden gewünschten Radius aus einzelnen Biegeschritten zusammen. Der Abstand der Steps ist so gering, dass selbst bei Edelstahl die Einzelschritte nicht sichtbar sind. Das automatische Positionieren der Biegeteile mit dem Hauptmanipulator sichert eine verlässliche Wiederholgenauigkeit.

Die Biegepräzision ist auch für das nachfolgende Schweißen wichtig. Je geringer die Biegeschwankungen, desto weniger muss geschweißt und verschliffen werden. Das beeinflusst nicht nur die Kosten, sondern auch die Optik der fertigen Biegeteile.

Wenn immer möglich, versucht SGC die Kunden hinsichtlich automatisierungsgerechter Konstruktionen schon in einem frühen Entwicklungsstadium zu beraten. Dieses vertrauensvolle Mitei?nander setzt Partnerschaften voraus, die auf Langfristigkeit angelegt sind. Daher fokussiert sich SGC auch stark auf Stammkunden.


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Ausgabe:
bbr 01/2018
Unternehmen:
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