21. FEBRUAR 2018

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Wie von Geisterhand


Fokus/Intralogistik

Automated Guided Vehicles, kurz AGVs, oder auf Deutsch: fahrerlose Transportsysteme, werden seit den 80er-Jahren partiell im Automobilbau eingesetzt. Während sich diese Technik im Getriebe- und Motorenbau etabliert hat, finden sich im Karosseriebau auch aufgrund der anfangs unzuverlässigen und extrem teuren Technik heute nur vereinzelt Anwendungen.
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Die aktuelle Forderung nach mehr Flexibilität mit dem Ziel einer ›frei programmierbaren‹ Fabrik – Software- statt Hardware-Anlagen – machen inzwischen Automated Guided Vehicles (AGVs) auch für den Karosseriebau interessant. Sinkende Preise, robustere Technik und neue Navigationssysteme fördern diesen Trend. Die AGV-getriebenen Fabriklayouts sind eine besondere Herausforderung, weil klassische Förderbänder und Shuttle-Anlagen substituiert werden müssen.

Verschiedene Formate bewegen

Mithilfe fahrerloser Transportsysteme können verschiedene Formate transportiert werden: Kleinteile werden in Boxen, Stapelbehältern, Förderbändern oder Staubändern befördert; Großteile wie Seitenwände oder Bodengruppen können als Einzelteil auf Trägern/Skids oder per direkter Aufnahmetechnik/Spanntechnik (Unterbau) befördert werden. Zu guter Letzt werden auch Kleinstteile in standardisierten Tablets oder auf Europaletten bewegt. Das Maschinenbauunternehmen Tünkers aus Ratingen bietet in Kooperation mit dem Automated-Guided-Vehicle-Spezialisten Sinova aus Brasilien verschiedene Automationslösungen für den europäischen Markt an.

Neben Versorgungs-AGVs zum Transport der Teile zwischen Bestands- und Produktionslinie sowie Transport-AGVs zum sicheren Transport von Teilen durch Gänge und Flure trotz Bewegung von Menschen und anderen Fahrzeugen, installieren die Tünkers-Ingenieure nach Kundenanforderungen auch Prozesslinien-AGVs zur sicheren Bearbeitung und Montage direkt auf dem AGV. Hierzu werden fahrerlose Plattformen mit unterschiedlicher Spann- und Greiftechnik aus dem Tünkers-Baukasten versehen. Neben den Plattformen für Montagelinien umfasst das Programm auch Schlepper, Unterfahrschlepper, Rollenbahnen und Stapler zur Kopplung mit den AGVs.

Das frei navigierbare Stauförder-AGV ist eine Tünkers-Entwicklung, mit der eine freie Gestaltung des Werks- oder Zellenlayouts möglich wird. Jedes AGV wird als zusätzlicher Bauteilpuffer eingesetzt und kann vom Werker, vom Roboter oder auch direkt von einem angekoppelten Stauförderer beladen werden. Die letztgenannte Variante bringt einen enormen Zeitvorteil mit sich, da das Be- und Entladen in nur einem Arbeitsschritt erfolgen kann. Auch größere Entfernungen, eine nicht geradlinige Förderung oder Förderung durch mehrere Gebäudekomplexe stellen für das Stauförder-AGV von Tünkers kein Problem dar.

Dazu ergänzend werden die autonomen Anwendungen durch den Einsatz des eigens von Tünkers entwickelten pneumatischen Feinpositionierungssystems außergewöhnlich präzise. Das Kopplungselement MCP 80 ermöglicht die einzigartige Feinpositionierung von ± 0,1 Millimetern.


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Ausgabe:
bbr 07/2017
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