20. JANUAR 2018

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Das Coil in der Cloud


Und was planen Sie?

Arcelor Mittal setzt auf Industrie 4.0. Mit digitalen Zwillingen von Coils will der Stahlhersteller seine Lieferkette digitalisieren. Geschäftsführer Rudolf Egbert über die Möglichkeiten …

Herr Egbert, was steckt hinter dem digitalen Zwilling?

Bei Auftragseingang wird digital ein Coil entwickelt und in einer Cloud abgebildet. Dieses Coil entspricht genau dem gewünschten Coil des Kunden. Zuerst wird das Modell entwickelt und dann wird das Coil produziert. Zwischen Auftragseingang und Produktion kann der Kunde noch Änderungen vornehmen, beispielsweise die benötigte Menge ändern und statt 100 doch 150 Tonnen ordern. Darüber hinaus können wir auch sagen, wann das Coil produziert wird, wann es geliefert wird, wie die Oberflächenbeschaffenheit oder die Fehlerquote ist. Bislang kauft der Kunde ein Produkt, der Auftrag wird erstellt und das Produkt wird gefertigt, dann wird es geliefert und der Kunde hat keinen Einfluss mehr auf die Bestellung.

Welche Vorteile hat der Kunde dadurch?


Mit dem virtuellen Abbild weiß der Kunde immer, was er wann bekommt. Damit können wir ein Produkt entwickeln und es genauso liefern, wie es der Kunde haben will – in der gewünschten Qualität, Menge, Größe und zum richtigen Zeitpunkt. Außerdem kommt es zu keinen ungewollten Überraschungen mehr bei den Lieferzeiten. Die Qualität, die Effizienz und die Transparenz steigen.

Thema Datensicherheit: Wem gehören die Daten?

Natürlich spielt auch Datenschutz eine große Rolle. Das muss sicher sein, da darf kein anderer darauf zugreifen können. Aber das ist umsetzbar, und daran arbeiten wir aktuell stark. Es gibt verschiedene IT-Möglichkeiten, wie die Daten gespeichert werden können, die wir gerade ausloten: entweder über eine cloudbasierende Lösung, auf die beide Seiten Zugriff haben. Oder aber Hersteller und Kunden verfügen über separate Daten, die immer wieder synchronisiert werden.

Wann wollen Sie damit auf den Markt gehen?


Aktuell sind wir noch in der Erprobungsphase und arbeiten mit einigen Kunden aus dem Automobilbau in Referenzprojekten zusammen. Ein genaues Datum kann ich Ihnen noch nicht sagen. Wir gehen aber davon aus, dass das Produkt in den kommenden Jahren in größerem Umfang existiert.

Werden auch danach noch – über den gesamten Lebenszyklus des Coils – Daten gesammelt?


Ja, denn dadurch entstehen Standards, die wir nutzen können, wenn Kunden Produkte öfters bestellen.

Ausgabe:
bbr 07/2017
Unternehmen:

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