21. NOVEMBER 2017

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Hybrid wechselt auf die Überholspur


Technik

Bei Autorennen geht es nicht nur um Bruchteile von Sekunden, sondern auch um jedes Quäntchen Masse: Interessante Einblicke in den dazu erforderlichen ›sportlichen‹ Leichtbau bot im September auf der Composites Europe eine lebhafte Diskussionsrunde mit einem Rennfahrer, einem Fachjournalisten und zwei Technikern.
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Vielfalt zeichnet das Lightweight Technologies Forum (LTF), ein Ausstellungs- und Vortragsschwerpunkt der Composite Europe in Stuttgart, aus: In über 20 Vorträgen beleuchteten Experten aus der Industrie und Forschung viele Facetten des hybriden Leichtbaus. Die Bandbreite reichte von winzigen Carbon-Nanotubes, fertigungsorientierter Designoptimierung bis hin zu unidirektionalen Tape-Verstärkungen für Strukturanwendungen.
Doch es kamen nicht nur Fachleute aus der Szene, sondern auch Anwender zu Wort: Eine besondere Rolle spielten zwei junge Rennfahrer, die bereits hautnah die Vorteile des hybriden Leichtbaus im wahrsten Sinn erfahren haben. Die Rede ist vom Extrem-Rennradfahrer Pierre Bischoff und dem Motorsportler Fabian Schiller, die als LTF-Themenbotschafter mit Keynote-Vorträgen für das Abspecken von Fahrrädern und Autos warben. Ebenso wie in nahezu allen anderen Einsatzbereichen zeigten sie aber auch die Grenzen des Leichtbaus im Rennsport auf. »Gerade im Motorsport ist das Reglement für Fahrzeuge sehr streng. Gewicht, Belastbarkeit und Beständigkeit sind ganz wesentliche Faktoren für den Erfolg auf der Rennstrecke«, erklärte Schiller während seines Vortrags.

Den motorsportlichen Faden nahm Claus-Peter Köth, Chefredakteur der Fachzeitschrift ›Automobilindustrie‹, bei der Podiumsdiskussion auf: »Herr Schiller, in welcher Motorsportkategorie hat denn der Leichtbau die größte Bedeutung?« Für den heutigen GT3-Fahrer vom HTP-Motorsport-Team sind es vor allem die filigranen Sportprototypen der verschiedenen Formelklassen: »Dort spürt man sofort den Wegfall von zehn Kilogramm, denn ein leichteres Fahrzeug lässt sich einfacher handhaben und ist auf der Strecke schneller.«

Die Wünsche derartig anspruchsvoller Endkunden setzt die Vela Performance GmbH in Berlin als Engineering-Dienstleister unter anderem in Rennsportprojekten in die Tat um. Auf Köths Frage auf die Auswirkung neuer Trends wie Elektromobilität wies Geschäftsführer Andreas Puschel auf die ganzheitliche Vorgehensweise seiner Branche hin. »Ein Wechsel des Antriebsstrangs zieht sich als Kette durch das ganze Fahrzeug«, erklärte Puschel. »Die schwere Batterie zwingt mich beispielsweise, Leichtbaulösungen zu finden, die nicht nur dazu dienen, den Status quo eines Fahrzeuges mit Verbrennungsmotor wiederherzustellen.« Es gehe darum, das Fahrzeug in jeder Hinsicht effizienter zu gestalten, auch um – mit Blick auf serienmäßige E-Autos – Kosten zu sparen.


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bbr 06/2017
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