15. DEZEMBER 2017

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Winkelschleifer adé


Technik - Oberflächen und Kanten

Es sind richtige Ungetüme – die großen Portalkrane, mit denen in Häfen und an anderen Umschlagplätzen Container scheinbar spielend leicht umgesetzt werden. In einem derartigen Riesen können zig Tonnen Stahlbleche stecken. Eine reibungslose Weiterverarbeitung der Teile verlangt, dass diese passgenau, schweißnahtvorbereitet und an den Kanten für eine optimale Lackhaftung gerundet sind.
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Nicht nur aus Gründen der Verletzungsgefahr oder einer beständigen Lackhaftung ist die Kantenbearbeitung von Blechen mittlerweile zu einem unentbehrlichen Fertigungsschritt geworden, auf den Blechbearbeiter heute setzen. Über viele Jahre diente einzig und allein die ›Flex‹, also der Winkelschleifer, als das passende Werkzeug, um die Kanten zu säubern. »Mit der Kantenbearbeitung und Schweißnahtvorbereitung war bei uns eine ständige Kolonne von vier bis fünf Mitarbeitern befasst. Über eine Schicht betrachtet war das schon Knochenarbeit. Zudem war diese Arbeitsweise eine wahre Quelle der Luftverschmutzung und permanenten Lärms. Ganz zu schweigen von der Ungleichmäßigkeit der Kanten, die durch eine manuelle Bearbeitung einfach nicht vermeidbar ist«, erläutert Stamm.
Burkard Stamm und seinem Kollegen Steffen Künzig, der als Koordinator Zuschnitt fungiert, war schon lange klar, dass ein moderner Stahlbau mit viel Blechbearbeitung und einem gehobenem Qualitätsanspruch mit einer manuellen Kantenbearbeitung unvereinbar ist, auch weil er nicht mehr wirtschaftlich sein kann. Mit fundierter Überzeugungsarbeit konnten die Zuschnittsexperten bei Konecranes ihr Management für die Investition in eine professionelle Kantenbearbeitung überzeugen.
Über einen längeren Zeitraum diskutierten Stamm und Künzig über dieses Projekt. »Wir wussten schon ungefähr, was wir wollten«, erinnert sich Steffen Künzig, »doch um eine großangelegte Recherche kamen wir dennoch nicht herum.« Unterstützt wurden die Bemühungen um die Suche nach einer geeigneten Technologie und dem richtigen Partner durch Internet, Messebesuche und zahlreiche Gespräche mit Experten diverser Anbieter.
Einer der ersten Ansprechpartner war damals Michael Braunreiter, Gebietsverkaufsleiter bei Lissmac, der den Fachleuten bei Konecranes mit Rat und Tat zur Verfügung stand. Beim Probeschleifen oder vielmehr bei der Probekantenbearbeitung lichteten sich dann die Reihen der Anbieter. Überzeugt hat letztendlich die Lissmac Maschinenbau GmbH aus Bad Wurzach mit ihrem Angebot und ihren Leistungen.
»Lissmac entsprach exakt unseren Kriterien die wir an eine Kantenbearbeitung stellten. Die Anlage sollte sowohl für unsere kleineren Blechzuschnitte, als auch für die großen und schweren Teile geeignet sein«, erläutert Stamm. Schon daraus ergab sich, dass die Teile – ohne sie wenden zu müssen – in einem Durchlauf von beiden Seiten, oben und unten, gleichzeitig bearbeitet werden können. Die meisten Teile, die die Anlage durchlaufen, sind meist plasma-, seltener autogengeschnitten. Beide Schneidverfahren erzeugen durchweg immense Schlacken, die vor der Kantenbearbeitung erst einmal entfernt werden müssen. Als weiteres Kriterium galten die Markierungen, die auf den Blechteilen als Montagehilfe angebracht sind, und durch die Bearbeitung nicht zerstört werden dürfen.
Um die Ziele mit Entgratung und Kantenverrundung (0,3 bis 0,7 Millimeter Radius) zu erreichen, wurden mit der SBM-M1500 D2 und der SBM-XL1500 G2S2 zwei Lissmac-Anlagen hintereinandergeschaltet. Beide arbeiten im Trockenverfahren und sind für eine Bearbeitungsbreite von 1.500 Millimetern ausgelegt.


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bbr 06/2017
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