13. DEZEMBER 2017

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Ruhelos auf dem Markt


Fokus - Umformtechnik

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Wenige Monate nach der Installation der laut Hersteller »stärksten Servopresse der Welt« im Gestamp-Werk in Bielefeld hat Nidec Arisa ein weiteres ehrgeiziges Projekt gestartet: der Einsatz der Servotechnik auf eine Presse mit Ziehkissen, die auch für die Verformung komplexer Werkstoffgeometrien sowie von Teilen aus nicht magnetischem Metall genutzt werden soll.
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Die neue Servopresse, die in den nächsten Wochen dem britischen Kunden ausgeliefert wird, ist gerüstet für Arbeiten mit magnetischen wie auch nichtmagnetischen Metallen wie Aluminium, was eine weitere Herausforderung für Nidec Arisa war. Alle Servopressen des Unternehmens sind mit vollautomatischen Stapel- und Transfer-Systemen ausgerüstet, um jedes Material so schnell und produktiv wie möglich zu bearbeiten.
Der Stapler wurde bisher hauptsächlich für Arbeiten mit magnetischen Platinen eingesetzt, was deren Separierung bei den Stapeln der beladenen Wagen anhand starker Magnete ermöglicht. Über Ansaugsysteme werden die Platinen von diesen Stapeln geholt und entweder über Magnetbänder, Vakuumbänder oder per Shuttle transportiert.
Die Arbeit mit Aluminium weist zusätzliche Schwierigkeiten auf, da der Transportprozess derselbe ist wie für die magnetischen Teile, aber der fehlende Magnetismus ihre Handhabung deutlich erschwert. Von der Separierung der Platinen bis zum Transport zur Presse muss das System an diese Arbeiten angepasst werden.
Deshalb hat man sich in der technischen Abteilung von Nidec Arisa für magnetomechanische Systeme zur Trennung der Platten auf den Stapeln und für eine Kombination aus Magnetbändern und Magnetzentrierungen entschieden, die an die einzelnen Platten angepasst werden können, um sie vor der Abholung durch die Transferkomponente zu zentrieren. Dadurch können beide Metalltypen mit einem System transportiert und mit gleicher Geschwindigkeit bearbeitet werden.
Natürlich hängt der Takt der Transferkomponente vom Bewegungsprofil der Stößel ab. Dieses Profil ist entsprechend dem umzuformenden Material programmierbar, um die größtmögliche Stückzahl pro Minute in bester Qualität zu erzielen und jederzeit die Sicherheit des Prozesses zu gewährleisten. Die Programmierung erfolgt offline durch die von Nidec Arisa entwickelte Software ›Optiservo‹. Sie gestattet den Nutzern die Simulation und Ansicht der Bewegungen der Stößel und der Transferkomponente in 2D zur Optimierung der Computersteuerung. »Die praktischen Prüfungen an Servopressen von Nidec Arisa haben gezeigt, dass das Programm in der Lage ist, eine zu 95 Prozent wirklichkeitsgetreue Programmsimulation zu erzeugen«, so Diego Ariznavarreta.

Industrie-4.0-tauglich

Für einen reibungslosen Betrieb und eine effektive und proaktive Instandhaltung sind in der Servopresse zahlreiche Sensoren eingebaut, die die Temperatur, die Kraft, die Betriebsstundenzahl eines Stößels und die Anzahl seiner Hübe, die Anzahl der Maschinenstillstände und andere, vom Kunden gewünschte Parameter messen. Die Ports zur Datenerfassung können sowohl durch den Kunden als auch durch Techniker von Nidec Arisa zur Fernassistenz genutzt werden, wenn der Kunde das wünscht. »Aufgrund des hohen Automatisierungs- und Vernetzungsgrades ist die Servopresse bereit, in einer Industrie-4.0-Umgebung eingesetzt zu werden«, so Diego Ariznavarreta.
Nidec Arisa liefert noch keinen Digital Twin der Servopressen an seine Kunden. Die Kurven und sonstige in Optiservo erzeugten Parameter können jedoch genutzt werden und werden auch schon von einigen Kunden genutzt, um ein Modell der Maschine anhand eines Simulationsprogramms in 3D zu bedienen. »Die physischen Parameter, die das Verhalten der Maschine beeinflussen, sind in Optiservo vorhanden«, sagt Ariznavarreta. Seiner Erfahrung nach ist es logischer, diese Art 3D-Simulationen in einer von der Maschine unabhängigen Software zu erstellen, um sie auch für andere Maschinen nutzen zu können. Er gibt jedoch zu, dass ein digitaler Zwilling das Letzte aus künftigen Maschinen herausholen könnte.
Aktuell werden alle maßangefertigten Pressen vor Abnahme in Logroño montiert und gründlich getestet – einer der Gründe, warum das Unternehmen seine eigenen Anlagen modernisiert und ausbaut. »Wir wollen bereit sein, auf Kundenwunsch komplette Pressenstraßen montieren zu können«, fasst der Vertriebsleiter von Nidec Arisa zusammen.

Blechexpo Stand 8505
www.arisa.com


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Ausgabe:
bbr 06/2017
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Arisa Nidec
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