17. DEZEMBER 2017

zurück

kommentieren drucken  

Industrie 4.0 auf Draht


Wire

Ohne Drähte und Drahtprodukte funktionieren technische Systeme nicht. Auch das Konzept ›Industrie 4.0‹, die digitale Verknüpfung von Produktionstechnologien mit IT-Technologien, ist ohne Drahtprodukte nicht zu verwirklichen.

Die Drahtbranche und deren Zulieferer haben eine Vorreiterfunktion. Prinzipiell geht es bei Industrie 4.0 darum, große Datenmengen mit hoher Geschwindigkeit zu übertragen und zu verarbeiten. Ziel ist, Kriterien wie Kosten-, Energie- und Ressourceneffizienz sowie Flexibilität zu optimieren, um somit die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Auch die digitale Vernetzung über Unternehmensgrenzen hinaus gehört dazu.

An der Entwicklung hin zu Industrie 4.0, die auf einer immer intensiveren Nutzung elektronischer Techniken seit der Zeit um 1970 beruht, hat die Drahtbranche mit ihren Zulieferern einen maßgeblichen Anteil.
Zum einen haben die Unternehmen frühzeitig angefangen, elektronische Techniken wie EDV, CNC-, CA- und CI-Verfahren zu nutzen, die aus dem industriellen Alltag heute nicht mehr wegzudenken sind. Diese wurde seit den 1990er Jahren durch das Internet und seine vielen Anwendungsmöglichkeiten verstärkt und brachte einen tiefgreifenden Wandel in der Arbeitswelt mit sich.

Die Unternehmen der Drahtbranche sind es aber auch, die gerade die Produkte herstellen, die unverzichtbar sind, um elektronische Techniken nutzen zu können. Man denke nur an Kabel, Leitungen und vor allem Lichtwellenleiter, die große Mengen an digitalisierten Daten in kurzer Zeit übermitteln können. Zulieferunternehmen, vor allem Hersteller von Draht- und Kabelmaschinen und später auch Software-Häuser, haben Systeme entwickelt, die als Voraussetzung zur Verwirklichung von Industrie 4.0 angesehen werden können. So haben einige Maschinenhersteller schon in den 1960er Jahren angefangen, Einzelmaschinen zu zentral gesteuerten Produktionsanlagen zu kombinieren, Automatisierungslösungen folgten. Und bereits 1988 stellte die Fachzeitschrift ›Draht‹ ein Konzept der Maschinenfabrik Niehoff zur rechnergestützten Drahtfertigung vor, das die Prozess- mit der Gruppenleitebene miteinander verknüpfte und einen Anschluss an die Werksleitungs- und die Unternehmensebene vorsah. Softwares kamen auf, mit denen Produktionsdaten erfasst, analysiert und bildlich dargestellt werden konnten.

Das Internet öffnete den Weg hin zur Fernsteuerung, Fernüberwachung und Fernwartung von Maschinen und Anlagen. Heute bieten Software-Häuser Fertigungsmanagementsysteme (MES) an, die unterschiedliche Datenflüsse miteinander verknüpfen und verarbeiten. Damit ist es unter anderem möglich, den Verbrauch von Energie und Rohstoffen zu optimieren und somit große Kosteneinsparpotenziale zu erschließen, die Produktionsanlagen optimal auszulasten, rasch auf Kundenwünsche und Änderungen der Auftragslage zu reagieren und Lagerbestände niedrig zu halten. Auch Entwicklungszeiten können verkürzt werden sowie Lieferzeiten. In der Drahtbranche ist somit bereits viel umgesetzt, was den Vorstellungen von Industrie 4.0 entspricht.
Über den Stand der Fertigungstechnik und Trends in der Draht-, Kabel- und drahtverarbeitenden Industrie informiert alle zwei Jahre die laut Veranstalter »Messe Nr. 1 für Draht und Kabel weltweit«, die seit über 30 Jahren in Düsseldorf etabliert ist – das nächste Mal vom 16. bis 20. April 2018.

www.wire.de

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Themenvorschau bbr (PDF)

bbr Bänder Bleche Rohre - Themenvorschau

   Themenvorschau 8-2017

bbr Sonderhefte und Supplements