29. JULI 2016

zurück

kommentieren drucken  

Mehr Hub für E-Motoren


Fokus - Pressen

Von der Elektromobilität profitiert Schuler in vielfacher Hinsicht: zum einen als Hersteller von Umformpressen für neue Karosseriewerkstoffe, wie hochfeste Stähle, Leichtmetalle und Faserverbund-Werkstoffe, zum anderen mit den Stanzpressen für Elektrobleche.

Über kurz oder lang wird der Elektromotor – so erwarten die Verantwortlichen von Schuler – den herkömmlichen Verbrennungsmotor als Antrieb in unseren Autos ablösen. Der Markt für Maschinen zur Produktion von Elektromotoren wird unter anderem deshalb in den nächsten Jahren sprunghaft wachsen – ein anderer Grund sind die neuen Effizienzanforderungen an Elektroantriebe. Mit der neuen Smartline SA-S präsentierte Schuler der Öffentlichkeit eine Schnellläuferpresse, die sich insbesondere zur Herstellung besonders energieeffizienter Elektroantriebe eignet.

Die Smartline SA-S kann Elektromotorenbleche ausstanzen, die gerade einmal 0,2 Millimeter dick sind. »Da muss man schon fast von einer Folie sprechen«, verdeutlicht Hans Dieter Jung, Bereichsleiter des Marktsegments Drives & Generators bei Schuler. Die einzelnen Bleche werden im gleichen Arbeitsschritt zu Paketen, die später den Kern des Elektromotors bilden, zusammengeheftet: »Je dünner die Elektrobleche, desto niedriger die Wirbelstromverluste. Dadurch erhöht sich der Wirkungsgrad, und der Stromverbrauch sinkt.«

Feinjustierung in Sekundenbruchteilen

Der mehrere Tonnen schwere Stößel der Maschine muss also auf Hundertstelmillimeter genau arbeiten – und das mit mehreren Hundert Hüben pro Minute und einem Pressentisch, auf dem das Werkzeug aufgespannt ist, bis 3,30 Meter Länge (SA-315S-3,3 und SA-500S-3,3). Allein durch die hohe Steifigkeit der Presse, die aus einem öltemperierten Gusskörper besteht, sowie die spielfreie Stößelführung lässt sich eine solche Präzision nicht sicherstellen. Doch wie dann? »Die Elektronik der Eintauchtiefenregelung kontrolliert den Abstand zwischen Stößel und Elektroblech bei jedem Hub und korrigiert ihn gegebenenfalls beim nächsten Hub«, erklärt Hans-Dieter Jung. »Der untere Umkehrpunkt des Stößels bleibt somit konstant. Das ist wichtig für das Paketieren.« Um die Elektronik vor gefährlichen Erschütterungen zu schützen, ist sie daher nicht im Stößel untergebracht, sondern im Pressenkörper.

Der gesamte Vorgang vom Messen bis zum Justieren dauert nur Hundertstelsekunden. Herkömmliche Pressen fahren häufig auf Anschlag; das bedeutet, dass der Stößel abrupt gestoppt und die Anlage somit überlastet wird – das tut weder Maschine noch Werkzeug auf Dauer gut. Die Alternative bestand bislang darin, mögliche Überlastungen durch manuelles Messen und Nachkorrigieren zu verringern. Bei der neuen Smartline entfällt dieser Schritt, wodurch sich das Einrichten beim Werkzeugwechsel wesentlich vereinfacht.

Verdrehantrieb optimiert

Die Elektronik ist es auch, durch die sich die Ausbringungsleistung bis um 30 Prozent erhöht. Der Verdrehantrieb der Paketiermatrize stellte hier bisher den Engpass dar. Er dreht die einzelnen Elektrobleche um bis zu 180 Grad, um Unebenheiten der einzelnen Bleche auszugleichen. Die optimierte Software holt nun alles aus dem Servomotor heraus und sorgt dafür, dass er mit der Geschwindigkeit der übrigen Maschine Schritt hält, indem er ruckfrei beschleunigt – so wie eine U-Bahn anfährt, ohne dass die Fahrgäste umfallen.

Auch der ›Feedmax‹-Bandvorschub macht mit über 100 Metern pro Minute richtig Tempo. Er wird genauso wie die Bandanlage, die Presse und das Stanzpaketierwerkzeug zentral gesteuert und von einem Bildschirm aus bedient. Schnittstellenprobleme sind dadurch ausgeschlossen. Sämtliche Komponenten der Smartline können von Schuler geliefert werden und arbeiten deshalb reibungslos zusammen.

Euroblech Halle 27, Stand D40
www.schulergroup.com/smartline


Weitere Informationen:
Schlankmacher für Automobile
www.bbr.de/122803

Auf Erfolgskurs
www.bbr.de/122321


Zahlen & Fakten

Als ein Technologie- und Weltmarktführer in der Umformtechnik liefert Schuler Maschinen, Anlagen, Werkzeuge, Verfahrens-Know-how und Dienstleistungen für die gesamte Metall verarbeitende Industrie. Zu den Kunden gehören Automobilhersteller und -zulieferer sowie Unternehmen aus der Schmiede-, Hausgeräte-, Verpackungs-, Energie- und Elektroindustrie. Außerdem ist Schuler führend auf dem Gebiet der Münztechnik, und man realisiert Systemlösungen in der Luft-, Raumfahrt- und Eisenbahnindustrie.

Weltweit ist das Unternehmen mit rund 5200 Mitarbeitern mit Standorten und Vertretungen in 40 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2010/11 (30.09.) erzielte Schuler einen Umsatz von 958,5 Mio. Euro bei einer Ebitda-Marge von 8,8 Prozent. Der Schuler-Konzern geht auf eine 1839 von Louis Schuler gegründete Schlosserei in Göppingen zurück.

Ausgabe:
bbr 05/2012
Unternehmen:
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Themenvorschau bbr (PDF)

bbr Bänder Bleche Rohre - Themenvorschau

 

bbr Sonderhefte und Supplements