07. DEZEMBER 2016

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Für den Großrohr-Markt bestens vorbereitet


Und was planen Sie?

Weltweit wächst die Nachfrage nach Großrohren für Pipelines. Schuler hat deshalb das Produktspektrum um schlüsselfertige Systemlösungen zur Großrohrfertigung erweitert. Möglich wird dies durch den Kauf des darauf spezialisierten Ingenieurbüros Atis GmbH. Darüber sprachen wir mit Jochen Früh, Geschäftsführer der Schuler Pressen GmbH.

Herr Früh, ist der Kaufvertrag mit Atis mittlerweile unterschrieben?

Ja, die Verträge sind seit Anfang April unter Dach und Fach. Dass sich beide Seiten einig werden, war aber bereits abzusehen, deshalb haben wir die Übernahme ja auch schon zum Start der Tube Ende März bekannt gegeben. Wir werden alle Mitarbeiter einschließlich der Geschäftsführer übernehmen. Das Unternehmen besteht zunächst einmal unter diesem Namen weiter, allerdings als 100-prozentige Tochter von Schuler.

Warum steigt Schuler in das Geschäft mit Großrohren ein?

Ganz neu ist das Geschäft für uns nicht, aber wir bauen es jetzt aus. Hydraulische Pressen zur Herstellung von Längsnaht-Rohren haben wir bereits geliefert, wenn auch in kleineren Losgrößen. Und Systeme zur Herstellung von Spiralrohren bestehen bei genauerer Betrachtung größtenteils aus überdimensionalen Bandanlagen, wie wir sie von Schuler Automation schon vielfach für Großrohranlagen gefertigt haben. Nicht zuletzt haben wir sehr viel Erfahrung mit der Planung großer Werke und dem Projektmanagement dafür. Diese Kernkompetenzen von Schuler ergänzen die Spezialkenntnisse von Atis hervorragend. Damit sind wir für den Großrohrmarkt, auf dem wir noch viel Potenzial für uns sehen, bestens vorbereitet.

Was kann die Atis beisteuern?

Die Übernahme bringt Vorteile für alle Beteiligten. Atis steuert sein langjähriges Know-how in der Planung, Entwicklung, Lieferung und Modernisierung kompletter Rohranlagen und -systeme auf dem ganzen Globus bei. Atis baut nicht nur Spiralrohranlagen selbst, sondern bietet auch Systeme zum Transport, zur Bearbeitung der Rohrenden und zum Prüfen. Durch die Integration von Atis verfügen wir nun über alle Voraussetzungen, um komplette Anlagen zur Fertigung von Großrohren – ob in spiral- oder längsnahtgeschweißter Ausführung – anbieten zu können.

Wo setzt man die künftig auf Schuler-Anlagen produzierten Großrohre ein?

Sie werden überall verlegt: auf dem Meeresboden, durch Wüsten oder im ewigen Eis. Die extremen Temperaturen und Drücke üben hohe Belastungen aus. Auch im Inneren der Pipelines steigt der Druck immer weiter an, weil sich dadurch die Reichweiten der transportierten Stoffe erhöht – egal, ob es sich dabei um Erdöl, Erdgas, Petrochemie oder Trinkwasser handelt. Das erfordert stets höchste Qualität und Stabilität.

Welche Ausmaße können die Rohre annehmen?

Spiralförmige Rohre sind mit unseren Anlagen in einer Länge bis 24 m herstellbar, der Durchmesser beträgt 450 bis 3500 mm bei einer Wanddicke von 6 bis 25 mm. Längsnaht-Rohre verfügen über Durchmesser bis 1625 mm und Wandstärken bis 65 mm. Ihre Länge beträgt üblicherweise 12 oder 18 m. Mit unserer neuen Linear-Feeding-J-Presse sind 24 m möglich.

Ausgabe:
bbr 03/2012
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