30. AUGUST 2016

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Durch das Rohr geschaut


Technik/Rohrprüfung

Zum ersten Mal stellt Ibass auf der Tube aus. Das Augsburger Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt Manipulatoren für die Innenbearbeitung von Rohren: zum Prüfen, Schleifen, Schweißen, Bergen oder Absaugen.

Die Ibass GmbH & Co. KG, Augsburg, präsentiert auf der Tube, der Weltleitmesse der Rohr-industrie, diverse Manipulatoren für Rohre mit 40 bis 1000 Millimeter Durchmesser. Die Geräte eignen sich für die Inspektion, zustandsorientierte Wartung, Revision oder Sanierung von Rohrleitungen jeglicher Art.

Das Unternehmen spricht Betreiber von Kraftwerken und Raffinerien ebenso an wie Rohrhersteller und Monteure von Rohrleitungssystemen: »In der Montage zum Beispiel sorgen wir für fehlerfreie Schweißnähte«, erklärt Ibass-Chef Michael Strasser. »Während der Hersteller die Rohre verlegt und verschweißt, beschleifen wir sie in der Montagereihenfolge von innen. So haben die Anwender hundertprozentige Sicherheit, dass die Schweißnähte fehlerfrei sind.«

Für die Manipulatoren stehen daher neben Hochleistungskameras auch zahlreiche Arbeitsmodule zum Schweißen, Schleifen, Bergen, Absaugen und Prüfen zur Verfügung. In die letztgenannte Kategorie fallen etwa Module für die Prüfung mittels Ultraschall, Wirbelstrom- oder Farbeindringverfahren. Michael Strasser: »Wir konstruieren für jedes Rohr und jede Anwendung eine passende Lösung.«

Meerwasser-Manipulator für Rohre unter Wasser

Ein aktuelles Highlight ist der neu entwickelte Meerwasser-Manipulator ›A650sd‹, der Rohre mit Innendurchmessern von 550 bis 780 Millimeter unter Wasser befahren und inspizieren kann. Sein Scherenantrieb arbeitet mit insgesamt zwölf Rädern, je zwei pro Scherenseite und Antriebsmotor, die ihm mit ihrer variablen Anpresskraft selbst in beschichteten Rohren Halt geben. Bis 200 m tief kann das Gerät in Rohre einfahren.

Es ist vorne und hinten beleuchtet. Vorne befindet sich eine Kamera mit Schwenk-Neige-Kopf, ausgestattet mit einem Zehnfach-Zoom; am Heck ist eine Ein-Kopf-Kamera angebracht. Der Manipulator ist wasserdicht bis 10 Meter Wassersäule (1 bar). Am Messestand können Besucher die Arbeitsweise des Gerätes anhand eines Videos nachvollziehen.

Mit Farbe geprüft, sauber hinterlassen

Eine weitere Neuheit ist der Manipulator ›J900s‹ für Rohre mit Innendurchmessern von 750 bis 1000 Millimeter. Er überwindet Reduzierungen des Querschnitts problemlos und kann bei den genannten Durchmessern auch im Konus stehen. Der Manipulator kann mit einem Farbeindring-Modul (PT-Modul = ›Penetration Testing‹) oder anderen Arbeitsmodulen ausgerüstet werden. Bei der Farbeindring-Prüfung wird die innere Oberfläche von Rohren mit einem speziellen Verfahren auf Risse überprüft.

Die Prüfflüssigkeiten werden anschließend mit einem Absaugmodul rückstandsfrei wieder beseitigt.
Das PT-Modul lässt sich außerhalb des Rohrsystems vom Bedienpult aus drehen und sogar axial um bis zu 143 Millimeter verstellen. So muss der Anwender den Fahrwagen während des Prüfvorgangs nicht bewegen, was verhindert, dass die Räder in die Prüffläche geraten. Sechs Räder bieten sicheren Halt in jeder Lage.

Gewinnspiel auf der Tube: Kleinen Manipulator durch Rohr navigieren

Damit interessierte Anwender ein Gefühl für die Technik bekommen, können sie am Ibass-Stand an einem Gewinnspiel teilnehmen. Dazu errichtet der Aussteller quer über den Messestand eine ›Rohrrennstrecke‹, die mit einem kleinen Manipulator befahren wird. Bei der Navigation durch das Plexiglasrohr sind diverse Aufgaben zu lösen.

Tube Halle 6, Stand G48
www.ibass.com

Zahlen & Fakten

Die IBASS GmbH & Co. KG entwickelt und vertreibt vor allem Rohrinnenmanipulatoren für verschiedene Anwendungen. Ibass inspiziert und bearbeitet insbesondere stählerne Rohre mit lichten Durchmessern zwischen 40 mm und 1000 mm. Zu den Verfahren zählen das Absaugen und Bergen aus Rohrleitungen, die Inspektion, das Beschleifen, das Prüfen und Verschweißen. Dazu konstruiert und baut Ibass Manipulatoren in den entsprechenden Größen, die aus Modulen aufgebaut sind.

Die ersten Schleifmodule für das Bearbeiten von Rohrleitungsschweißnähten von innen sowie die Innensichtprüfung hatte man bereits 1996 auf den Markt gebracht. Die Geschichte begann 1992 mit dem Ingenieurbüro für Anlagenbau, Strahlenschutz und Softwareentwicklung IBSS. Ab 1998 wurde dem Ingenieurbüro der Gewerbebetrieb Ibass Manipulator e. K. zur Seite gestellt, um die Geräte auf dem internationalen Markt anzubieten. Mit zunehmender Umsatzstärke des Unternehmens wurde 2010 die Ibass GmbH & Co. KG gegründet.

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