29. JULI 2016

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150 Jahre Burkhardt


Alexander Burkhardt und Jörg Berger

Auf 150 Jahre Unternehmensgeschichte blickt das Bayreuther Unternehmen Burkhardt zurück. Die beiden Geschäftsführer, Alexander Burkhardt und Jörg Berger, ruhen sich aber nicht auf den Lorbeeren der Geschichte aus.
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Burkhardt feiert dieses Jahr den 150. Geburtstag. Die wievielte Generation repräsentieren Sie, Herr Burkhardt?

Alexander Burkhardt: Das Unternehmen ist jetzt in der fünften Generation familiengeführt, in unserer Familie repräsentiere ich die dritte: Mein Großvater hat die 1861 gegründete, damals kleine mechanische Werkstatt und Gießerei von der Familie Hensel im Jahre 1917 übernommen. Das ist also auch bald 100 Jahre her. Wir Burkhardts sind sehr langlebig. Mein Vater hat die Firma 50 Jahre lang geleitet, und ich bin auch schon 30 Jahre im Unternehmen.

Ist es mehr Freude oder mehr Bürde, ein so traditionsreiches Unternehmen zu leiten?

Alexander Burkhardt: Ich habe diese Aufgabe noch keinen Tag als Last empfunden. Es gab für mich ja auch nichts anderes. Ich wurde quasi von Geburt an darauf vorbereitet. Für mich war das immer klar, und ich habe diese Aufgabe immer angenommen. Man bekommt natürlich mit, dass es Höhen und Tiefen gibt, die man aber, auch durch das Engagement und die Flexibilität der Mitarbeiter, immer wieder übersteht. Und deshalb macht das Geschäft auch immer wieder Spaß. Es ist sehr abwechslungsreich, und wir spüren gerade jetzt den Aufschwung sehr stark. Krisen zu managen ist weniger lustig.

Wie sieht es mit Ihrem Nachwuchs aus? Wird auch die vierte Generation Burkhardt ins Unternehmen einsteigen?

Alexander Burkhardt: Ich habe einen Sohn und eine Tochter, die später ins Unternehmen einsteigen können, wenn sie wollen, zunächst aber ihre Sporen woanders verdienen müssen – eine Gelegenheit, die ich leider nicht hatte. Ich bin damals nach dem Studium direkt in unsere Firma gegangen, und das würde ich nicht empfehlen. Ich dränge meine Kinder auch nicht, eines Tages meine Nachfolge anzutreten. Sie können völlig frei entscheiden. Aber das Interesse ist da; ich bin da sehr gelassen.

Mittelständische Familienunternehmen werden auch häufig wie eine große Familie geführt; das heißt, die Unternehmer fühlen sich den Mitarbeitern stärker verbunden als die Führer ›Anonymer Gesellschaften‹. Nach welchen Grundsätzen führen Sie Ihr Unternehmen?

Alexander Burkhardt: Viele unserer Mitarbeiter bleiben von der Lehre bis zur Rente in unserem Unternehmen. Das zeigt, dass sie sich wohl- und verbunden fühlen. Es gibt auch Familien, die schon in der dritten Generation bei uns arbeiten.
Wir beteiligen unsere Mitarbeiter so weit wie möglich an den Entscheidungsprozessen und auch am Unternehmenserfolg – in guten und in schlechten Zeiten; das wirkt in beiden Richtungen. Damit sind wir sehr erfolgreich, weil die Verbundenheit der Mitarbeiten mit dem Unternehmen sehr groß ist. Auch die schwierigen Entscheidungen in der Krise haben die Mitarbeiter mitgetragen. Umgekehrt profitieren sie von Gewinnbeteiligungen, die wir schon vor 30 Jahren eingeführt haben.
Jörg Berger: Wir legen auch sehr viel Wert auf die Ausbildung, nicht nur für den eigenen Bedarf. Wir nehmen an einem regionalen Verbund teil und tauschen sozusagen Auszubildende mit anderen Unternehmen aus, damit die jungen Leute mehr als nur einen Betrieb kennenlernen.

Spüren Sie einen Nachwuchsmangel im gewerblichen Bereich?

Alexander Burkhardt: Wir investieren seit vielen Jahren in die Ausbildung, auch in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen. Die oberfränkische Bezirkshauptstadt Bayreuth mit ihren rund 75000 Einwohnern bietet auch jungen Menschen genug Abwechslung. Wir haben 30 eigene Auszubildende und im Verbund rund 100 weitere, die Ausbildungsmodule bei uns absolvieren. Diesen Verbund gibt es seit über 30 Jahren.


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Ausgabe:
bbr 04/2011
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