28. JULI 2016

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Kostengünstiger Stahlleichtbau


Fokus

Auf eine über 90-jährige Geschichte blickt das familiengeführte Unternehmen Muhr und Bender mit heute mehr als 6500 Mitarbeitern in 20 Produktionsstandorten, weltweiten Vertriebsgesellschaften und Vertretungen zurück. Themen sind technische Federn und verwandte Produkte sowie automobiler Leichtbau.
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Neben dem Kerngeschäft hat Muhr und Bender (Mubea) aus Attendorn seit 2004 in eine neue Technologie, das Flexible Walzen von Tailor Rolled Blanks (TRB) investiert. Heute sieht sich Mubea im Bereich der Tailor Rolled Products als Weltmarktführer und betreibt ein eigens für diesen Produktzweig aufgebautes Kaltwalzwerk mit einer Jahreskapazität von 70000 t. Ein zweites Werk entsteht zur Zeit in Weißensee und soll Ende 2011 die Produktion aufnehmen.

50 Prozent Dickenunterschied möglich
Das von Mubea entwickelte Verfahren erzeugt unterschiedliche Blechdicken während des Walzprozesses. Ein geschlossenes Regelsystem ermöglicht mittels präziser Dickenmessung eine hohe Herstellungsgenauigkeit über die gesamte Bleckdickenkontur. Der in Walzrichtung liegende Dickenunterschied kann innerhalb eines Bandes 50 Prozent betragen. Ein wesentlicher Vorteil flexibel gewalzten Bandes sind homogene, linear verlaufende Übergänge zwischen Bereichen konstanter Dicke.

Bisher definierte die maximale Bauteilbelastung die Mindestdicke des jeweiligen Vormaterials. Durch das flexible Walzen kann in Bereichen geringerer Belastung die Wandstärke der Beanspruchung entsprechend reduziert werden.
Die Anzahl der Dickenübergänge ist aufgrund der Beschaffenheit des kontinuierlichen Flachwalzprozesses nicht limitiert.
TRB ist geeignet für Anwendungen geeignet, die über ihre Länge unterschiedliche Beanspruchungen erfahren. Das Bauteil kann in seiner Blechdicke genau der Belastung angepasst werden, so dass sich bei optimaler Funktion ein minimales Gewicht ergibt. Im Automobilbereich wurde mit dieser Technologie ein Leichtbaupotenzial bis 15 kg/Fahrzeug realisiert.

Integration von Bauteilen
Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist die Integration von Bauteilen. Statt wie bisher Teile durch nachträglich gefügte Verstärkungen zu stabilisieren, können diese als Aufdickung direkt ins Vormaterial eingewalzt werden. Zeit- und kostenintensive Nacharbeiten entfallen.
Grundsätzlich kann das Verfahren für alle walzbaren Metalle genutzt werden, Stahlanwendungen stehen jedoch im Mittelpunkt. Das Mubea- Lieferprogramm umfasst Dicken von 0,70 bis 7,00 mm in Breiten bis 750 mm. Die eingesetzten Warmbänder werden in Abstimmung mit Kunden und Lieferanten spezifisch auf die jeweiligen Produktanforderungen des Bauteils ausgelegt.


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Ausgabe:
bbr 05/2011
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