27. JULI 2016

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Sicher an manuell bedienten Pressen


Technik - Arbeitsplatzsicherheit

Die sicherheitstechnische Ausrüstung teilautomatisierter Arbeitsplätze mit Sicherheitslichtgittern gehört seit vielen Jahren zum Stand der Technik. Heutige Anwender fordern jedoch mehr als ›nur‹ Sicherheit.
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Die Anlagenbetreiber legen auch immer stärker Wert auf eine kostengünstige und einfache Integrierbarkeit solcher berührungslos wirkender Schutzeinrichtungen. Das ›Minitwin4‹ von Sick greift diese und weitere Trends wie Miniaturisierung, Standardisierung und intuitive Handhabung auf, die für Maschinenhersteller wie Schmidt Technology maßgeblich sind.

Das Unternehmen Schmidt Technology ist ein familiengeführtes, mittelständisches Unternehmen mit weltweit über 400 Beschäftigten, dessen Tätigkeitsgebiete die Schreibgerätetechnik, die Strömungssensorik sowie Maschinen – Pressen und Pressensysteme zum Fügen und Umformen – sind.
Das Programm dieser Schmidt-Pressen lässt sich in fast allen Bereichen der Industrie einsetzen – für Arbeitsgänge wie Einpressen, Montieren, Formen, Nieten, Stanzen, Schneiden, Richten oder Verstemmen.

Pressensysteme made in St. Georgen, Schwarzwald

Der Automatisierungsgrad reicht von der rechnergesteuerten, vollautomatischen Montagemaschine mit integrierter Qualitätssicherung als High-End-Lösung bis hin zu betriebsfertigen Einzelarbeitsplätzen der Schmidt-Servopress-Baureihe, an denen die Maschinenbediener die Werkstücke manuell einlegen und entnehmen.

Wie für alle Pressensysteme hat Schmidt Technology auch für die Servopress-Arbeitsplätze eine spezielle Sicherheits- und Steuerungstechnik entwickelt.

»Das Fügen und Formen findet mit Kräften bis 250 Kilonewton und Stößelhüben bis 500 Millimeter statt«, erklärt Christian Wordl, Leiter Marketing & Vertrieb bei Schmidt Technology. »Dies erfordert ein höchstmögliches Absicherungsniveau, wobei das Sicherheitssystem berührungslos wirken und so ein ergonomisches Arbeiten ermöglichen muss. Darüber hinaus legen unsere Kunden auf ein hochwertiges, modernes Maschinendesign Wert, in das die Lichtvorhänge weitestmöglich zu integrieren sind.« Das Minitwin4 erfülle diese – und weitere – Anforderungen.

Integrationsfreundliches Gehäuse-, Sensor- und Anschlusskonzept

Dieses Sicherheitslichtgitter ist die derzeit kleinste berührungslos wirkende Schutzeinrichtung ihrer Art. Es bietet Auflösungen von 14, 24 und 34 Millimetern und wurde für Aufgaben konzipiert, in denen die Gefahrenanalyse einer Maschine das höchstmögliche Schutzniveau vorschreibt, das heißt den Performance Level PL ›e‹ nach EN ISO 13849-1, alternativ SIL3 nach EN 62061.

Äußerlich am auffälligsten ist die im Gegensatz zu anderen Lichtgittern deutlich verkleinerte Bauform – der Gerätequerschnitt konnte mehr als halbiert werden. »Dadurch lässt sich das Minitwin4 ideal in die Servopress-Arbeitsplätze integrieren«, sagt Christian Wordl. »Es braucht wenig Platz und kann bündig montiert werden, ohne dass hierfür Aussparungen in der Arbeitstischplatte vorgenommen werden müssen.«

Von außen nicht erkennbar, aber völlig neuartig ist die sensorische Ausführung des Minitwin4, denn bei diesem Lichtgitter befinden sich die Sende- und Empfangselemente im gleichen Einheitsstick. »Es müssen nicht mehr zwei unterschiedliche Materialnummern für Sender und Empfänger, sondern eine identische Materialnummer in Stückzahl zwei geführt werden. Dadurch verringert sich der Logistikaufwand bei Bestellung, Lagerung und im Servicefall«, erklärt Christian Wordl.

Auch aus anderen Gründen sind die Konstrukteure und Monteure bei Schmidt Technology vom Anschlusskonzept des Minitwin4 sehr angetan: Zum einen erfolgt der Anschluss an die Steuerung über einen gängigen fünfpoligen M12-Stecker, zum anderen wird der industrietaugliche, symmetrisch aufgebaute Geräteanschluss einfach auf der Rückseite der Minitwin4-Sticks angeschraubt. Dadurch kann der Kabelabgang je nach Montagegegebenheiten nach oben oder unten geführt werden.

Blindzonenfreie Absicherung in unterschiedlichsten Geometrien

Beim Minitwin4 von Sick entsteht das sichere Lichtgitter intuitiv durch eine um 180 Grad verdrehte Montage von zwei Sticks zueinander, sodass sich die Sender- und die Empfängermodule gegenüber befinden. Bei Reichweiten zwischen 0 und 4 m liegen die realisierbaren Schutzfeldhöhen zwischen 120 und 1200 Millimetern – individuell abstufbar in Inkrementen von 60 Millimetern. Aufgrund des rückwärtigen Geräteanschlusses reicht das Schutzfeld beidseitig blindzonenfrei bis an das Gehäuseende.

»Dadurch lassen sich, zum Beispiel an Sondermaschinen mit kurzen Taktzeiten oder seitlicher Zuführung, auch u-förmige Überwachungsgeometrien mit bislang nicht erreichter Bedienergonomie umsetzen. Gleichzeitig können die geforderten Sicherheitsabstände auch an den kritischen Eckpositionen eingehalten werden«, schildert Christian Wordl.


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Ausgabe:
bbr 04/2011
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