28. SEPTEMBER 2016

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Wie Schule und Internat von KNX-Technik profitieren


Technik

Gira. - In wunderschöner Lage am Ammersee bei München liegt das Landheim Schondorf. Es beherbergt zwei Internatsgymnasien und ein Grundschulinternat, zusätzlich werden auch Plätze im Tagesheim angeboten. Sukzessive wird es mit KNX ausgestattet.

In Ufernähe erstreckt sich das große Internatsgelände mit campusartig verstreuten Wohnhäusern, Werkstätten, Sportanlagen und dem eigenen Bade- und Bootssteg.

Das Landheim wurde 1905 gegründet und ist stolz auf seine mehr als 100-jährige Tradition. Damals bezogen Julius und Julie Lohmann mit wenigen Mitarbeitern und 13 Schülern das Altlandheim. In nur wenigen Jahren wuchs die Schülerzahl auf über 100, bereits 1907 wurde das Haupthaus eingeweiht, später je nach Bedarf weitere Landhäuser hinzugekauft oder neu gebaut.

Zuletzt entstanden sind 1997 das Linn-Haus, ein modernes Schulgebäude, sowie 2000/2001 eine neue Sporthalle, die, funktional und schön zugleich, hell und luftig ist und sich perfekt an das umgebende Grün anpasst. Die Jugendlichen sollen im Vollzeit-Internat ein zweites Zuhause finden. Mehrere Lehrkräfte sind deshalb auch als Erzieherinnen und Erzieher im Internat tätig und rund um die Uhr ansprechbar.

Neben der Schulbildung erlernen die Schüler unter dem Motto: „Was ich erlebe, verstehe ich!“ in Werkstätten handwerklich-technische Fähigkeiten. Auch künstlerische und musikalische Begabungen werden gefördert.

Das Sportangebot ist groß: Rudern, Segeln, Hockey, Tennis, Klettern, Reiten, Tanz sind nur einige Alternativen. Fast 20 Häuser umfasst die gesamte Anlage heute, die Kosten für den Unterhalt sind entsprechend hoch.

Um den Energieverbrauch vor allem im Hinblick auf Heizung und Beleuchtung zu senken, entschied sich die Stiftung, sukzessive die Haustechnik der Gebäude aufzurüsten – für einen ökonomisch wie auch ökologisch sinnvollen Energieeinsatz. Um darüber hinaus die Schüler für das Thema zu sensibilisieren, wurde eigens eine Klima-Werkstatt im Landheim eingerichtet.

Der System-Integrator Anton Hieber aus Schwabmünchen übernahm in Kooperation mit der Leitung der Stiftung und dem Baureferat die Aufgabe, das Landheim intelligent umzurüsten, also sinnvoll je nach vorhandener Gebäudesubstanz und deren Möglichkeiten sowie nach der Funktion der Räume.

In den Klassenzimmern des Haupthauses sind jetzt Präsenzmelder installiert, die bei Anwesenheit Leuchten ein- und später vor allem automatisch wieder ausschalten. Über eine Konstantlichtregelung wird deren Helligkeit mittels Dimmaktoren einzeln angepasst.

Da das Bestandsgebäude von 1907 stammt, bot sich hier eine Einzelraumtemperaturregelung an, die sich schnell und unkompliziert umsetzen ließ.

Im neusten Schulgebäude, dem Linn-Haus, ist die Heizungsanlage von Anfang an in das KNX-System integriert, ebenso die Jalousien sowie die Beleuchtungsanlage. Fensterkontakte geben Rückmeldung, wenn Fenster im Raum geöffnet sind, und es schalten sich dann dort entsprechend die Heizkörper ab.

„In den Internatszimmern ging früher unnötig viel Energie verloren,“ berichtet Anton Hieber, „hier lief im Winter immer die Heizung, obwohl das Fenster weit offen stand. Die Beleuchtung wurde ebenso gern vergessen und brannte dann den ganzen Tag.“

Fensterkontakte erkennen heute den Zustand der Fenster und die Heizung fährt automatisch runter, sobald es geöffnet ist. Eine Komforttemperatur von 21°C hat sich als optimal erwiesen, ursprünglich war angedacht, dass die Schüler ± 3°C variieren können.

Da sich allerdings zwei bis drei Jugendliche ein Zimmer teilen, haben sich 21°C für alle durchweg bewährt. Auf Objektreglern im Zimmer liegen die Funktionen „Licht aus“ und die Fensterkontakte.

Energiesparleuchten gehen dank Präsenzmeldern automatisch an, wenn sich jemand im Raum befindet und es entsprechend dunkel ist, und sie gehen aus, sobald keiner mehr im Raum ist. Bei Bedarf lässt sich – beispielsweise nachts – das Licht natürlich auch über einen Schalter manuell löschen.

In der zuletzt eingeweihten Sporthalle wurde eine dimmbare Beleuchtung von 1-10 Volt realisiert, die bei Bedarf manuell eingeschaltet wird, sich aber automatisch entsprechend der Helligkeit regelt. Im Foyerbereich wurden die ehemaligen Halogen-Leuchten gegen energiesparende Einbaustrahler ausgetauscht.

Die Lehrerarbeitszimmer schließlich haben ebenfalls eine neue Beleuchtung erhalten, die halbautomatisch über Präsenzmelder geschaltet wird. Das heißt: Die Lehrer schalten das Licht über den Gira-Tastsensor ein und wählen die gewünschte Helligkeit, verlassen sie später den Raum, schaltet das Licht automatisch wieder ab.

Über diesen Tastsensor lässt sich auch die Raumtemperatur ganz einfach regeln, im Display können Ist- und Soll-Temperatur abgelesen werden.

„Die Gebäude aus ganz unterschiedlichen Bauzeiten lassen sich alle auf ihre Art und Weise intelligent nachrüsten“, erklärt Anton Hieber, „manchmal sind schon ganz einfache Lösungen die sinnvollsten, anderenorts lassen sich mehrere Komponenten verknüpfen und in Anhängigkeit zueinander steuern. Eine individuelle Planung ist hier gefragt.“


www.gira.de

Ausgabe:
g+h 02/2011
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